Deichbau Breese : Versprechen zum Deich gehalten

Planer erklären und zeigen Ministerin Kathrin Schneider in Breese die nächsten Arbeiten am Deich und an der Straße L 11.
Planer erklären und zeigen Ministerin Kathrin Schneider in Breese die nächsten Arbeiten am Deich und an der Straße L 11.

Arbeiten in Breese gehen schnell voran / Straßenbau folgt im Frühjahr 2016

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05. Juni 2015, 22:00 Uhr

Jahrelang haben die Breeser und ihre Verbündeten um einen Deich gekämpft, jetzt sind sie auf der Siegerstraße: Der Deichbau kommt schneller voran als erwartet. Davon überzeugte sich gestern Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für den wichtigsten Bauabschnitt: die Landesstraße 11 vom Bahnwerk in Wittenberge kommend bis zum Anschluss an den Breeser Kreisverkehr. Die gesteckten Amphibienzäune grenzen das Baugebiet ein, eingegrabene Froscheimer sollen die Tiere auffangen. „Sie werden eingesammelt und in einem Ersatzhabitat ausgesetzt“, sagt Frank Schmidt, Dezernatsleiter im Landesbetrieb für Straßenwesen.

Wie gut das funktioniert, zeigte das gestrige Froschkonzert während des Ministerbesuchs. Die Tiere wurden zu Baubeginn im vergangenen Jahr umgesetzt, haben ihr neues Quartier schneller angenommen, als die Biologen es vermutet hatten.

Ebenfalls begonnen haben die Archäologen. Sie suchen auf der Trasse nach möglichen Bodendenkmalen, die hier vermutet werden. Im Anmarsch ist der Munitionsbergungsdienst. Die gesamte Trasse muss abgesucht werden, ein Schwerpunkt bildet das Wäldchen im Bereich Sportplatz und Badesee, fasst Frank Schmidt zusammen. Im Herbst folgen Baumfällungen. Das Wäldchen als solches bleibe aber erhalten.

Baubeginn soll im Frühjahr 2016 sein. Zunächst werden die Brücken über die Stepenitz und den Flutgraben errichtet, dann folgt die auf dem Deich verlaufende Straße, drei bis vier Meter über der Geländehöhe. Ebenfalls gebaut wird ein Radweg parallel zur Straße, der im Verlauf auf den bestehenden in der Ortslage trifft.

Mit Einschränkungen müssen Landwirte ab Herbst rechnen. Ein Grund ist die Munitionssuche, ein anderer sind die umfangreichen Leitungsarbeiten. Für 1,6 Millionen Euro werden Leitungen verlegt, darunter eine Hochspannungsleitung. Radler werden spätestens mit Beginn der Brückenbauarbeiten vorübergehend nicht den Schwarzen Weg nutzen können.

2017 soll die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. Bereits fertig ist der im Herbst begonnene Abschnitt zur Waldhaussiedlung. Aktuell wird am Ortsausgang in Richtung Wittenberge gearbeitet. „Statt Ende Oktober werden wir dort schon im August fertig werden“, kündigt Thorsten Thaddey, im Landesumweltamt zuständig für Wasserbau und Hochwasserschutz, an. Er wie alle Beteiligten lobt das zügige Arbeiten.

Die Pläne für den Deichbau begannen nach dem Hochwasser 2002 , die für die Straße gar schon in den 90er Jahren. Aber erst nach dem Hochwasser 2013 hatten alle Beteiligten die Notwendigkeit erkannt und begannen zielorientiert zu arbeiten.

Die Planungen wurden nicht behindert, es gab nicht eine einzige Klage, erwähnt Thaddey eine Besonderheit. Das zeige wie schnell man voran kommt, wenn alle an einem Strang ziehen, meint Ministerin Schneider. Landrat Torsten Uhe (parteilos) spricht von einem guten Tag für Breese und bestätigt, dass alle 2013 gegebenen Versprechen eingehalten wurden. Breeses Bürgermeister Werner Steiner sagt: „Hier entsteht ein Qualitätsprodukt mit dem wir gut leben können.“ 

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