Verseuchtes Futter in der Putenmast

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05. März 2013, 06:34 Uhr

Prignitz | Der jüngste Futter- und Lebensmittelskandal hat die Prignitz nicht nur erreicht, sondern trifft sie schwer: In acht Putenmastbetrieben wurde schimmelverseuchtes Tierfutter eingesetzt. Das bestätigte gestern Amtstierärztin Dr. Sabine Kramer.

Vergangenen Freitag hatte ihre Behörde entsprechende Hinweise von Kollegen aus Niedersachsen erhalten, wo der Skandal erstmals publik wurde. Lieferscheine mit Zielorten im Landkreis Prignitz waren der entscheidende Hinweis. "Daraufhin haben wir die betroffenen Betriebe umgehend aufgesucht", so Dr. Kramer.

Sie hätten es noch nicht gewusst, dass ihr eingekauftes Futter offensichtlich mit Aflatoxin belastet war. "In zwei Betrieben war noch Futter vorhanden, was wir beschlagnahmt haben", sagt die Amtstierärztin. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen zu den genommenen Proben werden für heute oder morgen erwartet.

Es handele sich um Futtermais. Aflatoxin gilt als hochgiftig und krebserregend. Gesundheitliche Gefahren bestehen laut Kramer aber nicht, da sich Aflatoxin nicht im Fleisch anreichert. Deshalb könnten Verbraucher unbesorgt sein. Milcherzeugende Betriebe wie in Niedersachsen seien in der Prignitz nicht betroffen. Das sei gut, denn in der Milch lagere sich der Giftstoff an. Laut Futtermittelrecht ist der Stoff aber verboten, darf nicht im Futter vorhanden sein.

Den betroffenen Betrieben sei kein Vorwurf zu machen. "Sie haben das Futter nicht in Serbien eingekauft, sondern bei ihren Lieferanten", sagt Dr. Kramer. In Niedersachsen müssten die Behörden klären, wie lange die Lieferanten verseuchtes Futter aus Serbien beziehen und ob das gegebenenfalls früher hätte auffallen müssen.

In der Prignitz gibt es 18 Putenmastbetriebe. Die betroffenen Firmen dürften zunächst keine Tiere ausliefern, bis endgültig alle Fragen geklärt seien. Das gezielte Töten der Tiere sei nicht vorgesehen.

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