Versehentlich Grab geräumt

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05. Mai 2011, 07:07 Uhr

Wittenberge | Auf einem etwa 7000 Quadratmeter großen Areals des Friedhofes haben Mitarbeiter des Stadtbetriebshofes, Unterholz geschlagen, Grabstellen rückgebaut. Die Idee hinter der Aktion: Es entsteht ein lichtes parkartiges Gelände, das von einzelnen Bäumen geprägt wird, sagt der beim Betriebshof für den Friedhof zuständige Reinhard Jaap.

Für den Wittenberger Dieter Heit ist dieser Kahlschlag auf dem Friedhof - so nennt er ihn - aber mit einem großen Ärger verbunden. Das Grab seiner verstorbenen Mutter und seines Bruders befindet sich auf dem besagten Gelände. Als seine Schwester aus Bayern ihn jetzt besuchte, machte sich Dieter Heit mit ihr auf den Weg zum Friedhof. "Uns bot sich ein schockierendes Bild: Von unserer Grabstelle war nur noch der geneigt stehende Stein übrig geblieben. Baggerspuren gehen bis 30 Zentimeter vor den Stein", empört sich Heit. Er sei kein Anhänger von Totenkults, wie er in anderen Regionen der Erde üblich ist, fragt sich aber: "Erfordert nicht auch bei uns die ... Achtung vor den Toten eine andere Handlungsweise?"

Eine Frage, die der Friedhofsverwalter und auch der Leiter des Betriebshofes, Andreas Grieswald, aus ganzem Herzen bejahen. "Hier ist uns ein Fehler unterlaufen, den wir zutiefst bedauern", sagte sowohl Jaap wie auch Grieswald der Redaktion. Der "Prignitzer" hatte sich wegen der Sorgen des Lesers an den städtischen Eigenbetrieb gewandt. "Wir haben sofort reagiert, uns mit dem Betroffenen in Verbindung gesetzt und die Grabstätte in Abstimmung mit Herrn Heit wieder hergerichtet und uns natürlich entschuldigt." Wie Jaap sagt, habe es sich um ein höchst bedauerliches Versehen gehandelt. Er bestätigt, was auch Dieter Heit sagt, die Nutzungsdauer der Grabstätte ist noch längst nicht abgelaufen, ist vor einigen Jahren sogar noch einmal verlängert worden.

Dieter Heit ist damit zufrieden, wie die Friedhofsmitarbeiter die Grabstätte wieder hergerichtet haben. Der Betriebshof hat sich außerdem verpflichtet, sich ein Jahr lang um die Pflege -Gehölze mussten neu angepflanzt werden - zu kümmern.

Betriebschef Grieswald sagt: "Das ist das Mindeste, was wir tun können."

Auch für Dieter Heit ist das Ärgernis nun "ordentlich aus der Welt geschafft".

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