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Kunstfreunde Pritzwalk : Vernissage mit Papst-Maler

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Drei Männer mit großem künstlerischem Potenzial stellen ab Sonntag in einer gemeinsamen Schau in Pritzwalk aus

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 11:00 Uhr

Noch keine zwei Jahre alt ist der Verein Kunstfreunde Pritzwalk e. V., er eröffnet am Sonntag, 5. Juni, aber bereits seine 15. Ausstellung. Und dann auch gleich eine mit einem echten Hochkaräter: Michael Triegel aus Leipzig. Nicht weniger sehenswert sind die Beiträge der beiden anderen Künstler des ausstellenden Trios: Bernd Streiter aus Mödlich zeigt – ebenso wie Triegel – Radierungen, der Pritzwalker Horst Kontak ist inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt für seine meisterhaft ausgeführten Arbeiten in Holz.

Mit Michael Triegel kommt am Sonntag ein national wie international gefragter und populärer Maler zur Vernissage, die um 15 Uhr beginnt, in die Prignitz. Bekannte Werke aus der jüngeren Vergangenheit sind seine Porträts von Papst Benedikt XVI. für das Papst-Institut in Regensburg sowie für die deutsche Botschaft im Vatikan. Seit fast 20 Jahren stellt der Künstler in Deutschland und Europa sowie u. a. auch in Nordamerika und Asien Teile seines Schaffens aus. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ charakterisierte ihn im Herbst 2015 im Zusammenhang mit der Neugestaltung von Kirchenfenstern in Köthen u. a. so: „Jetzt hat er also Kirchenfenster bemalt. Das fehlte noch im Lebenslauf. Immerhin ist Michael Triegel der bekannteste religiöse Künstler Deutschlands. Da sind Kirchenfenster im Portfolio Pflicht. Sogar den Papst … hat Triegel schon gemalt. Der nannte ihn dafür ,seinen Raffael’. Das war ironisch gemeint, zeigte aber: Wer den Papst malt, wird fortan an den Großen gemessen, an Raffael und Tizian. Und genau so malt Triegel auch: Aufwendig und realistisch wie die alten Meister, er verbeugt sich tief vor dem Handwerk und der Tradition. Dieses Erfolgsrezept hat den 46-Jährigen so berühmt gemacht, dass er heute neben Neo Rauch einer der wichtigsten Vertreter der hoch gehandelten Neuen Leipziger Schule ist. Die ist bekannt dafür, sich gern mal der totalitären Symbolsprache zu bedienen, um damit etwas Neues und sehr Deutsches zu schaffen, das modern und zugleich altbekannt aussieht.“

Interessanter Nebenaspekt: Bernd Streiter und Michael Triegel waren Studienkollegen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Aufgetan hat den Künstler allerdings Horst Kontak. Er begegnete Triegel in Leipzig, sprach in persönlich an. Und: Tatsächlich klappt es mit der Ausstellungsbeteiligung in Pritzwalk. „Wir haben eigens dafür eine Überraschung vorbereitet. Was, darf ich natürlich noch nicht verraten. Aber es hat damit zu tun, dass Michael Triegel Italien-Liebhaber ist, viel Zeit in diesem Land verbringt und sich dort inspirieren lässt“, so Kontak im Gespräch mit dem „Prignitzer“.

Man darf also am Sonntag wohl mit einem großen Auflauf in der Innenstadt-Galerie rechnen, die übrigens aus dem geförderten Projekt „Die Sieben Künste von Pritzwalk“ hervorging. Ende 2013 trat der Brandenburgische Kunstverein Potsdam e. V. mit seiner Idee, in der Innenstadt leer stehende Ladengeschäfte zu Kunsträumen zu machen, an die Öffentlichkeit. Das Innenstadt-Belebungsprojekt unter Federführung der renommierten Künstler Michael Clegg und Martin Guttmann nahm seinen Lauf, wurde aber durchaus auch kritisch beäugt. Heute, rund zweieinhalb Jahre später, kann man sagen: Experiment geglückt. Das gilt aus Sicht von Horst Kontak, Vorsitzender des Kunstfreunde Pritzwalk e. V., natürlich zuvorderst für die Galerie in den ehemaligen Räumen der Drogerie Schlecker, die zugleich Platz für Kleinkunst bietet und sich zu einem äußerst lebendigen Ort entwickelte. Es gilt aber auch für die Innenstadt selbst: Eine Menge Leerstand ist inzwischen beseitigt, wohl auch dank einiger Visionäre.

 

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