Vermisst: Liste mit Vorschlägen

Stadtwehrführer Thomas Gäde hat die E-Mail mit der Auszeichnungsliste abgeschickt..
Stadtwehrführer Thomas Gäde hat die E-Mail mit der Auszeichnungsliste abgeschickt..

Groß Buchholzer Kameraden müssen Auszeichnung verschieben / Feuerwehren unzufrieden mit bürokratischen Hürden

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23. Februar 2018, 09:22 Uhr

„Warum sind die Urkunden und Medaillen noch nicht aus dem Innenministerium angekommen“, fragten sich die Kameraden auf der Jahreshauptversammlung der Groß Buchholzer Wehr („Der Prignitzer“ berichtete). Warum konnte Ortswehrführer Joachim Jahrow diese Ehrungen nicht vornehmen?

Einmal mehr ist es eine bürokratische Hürde, die zu nehmen ist. So erfährt „Der Prignitzer“ auf Anfrage im Ministerium, dass die örtliche Feuerwehr einen Antrag zunächst bei der Gemeinde stellen muss. Diese leitet den Antrag nach Prüfung zum Landkreis weiter. Der wiederum prüft den Antrag erneut und leitet ihn an das Ministerium des Innern und für Kommunales weiter. Erst dort wird nach erneuter Prüfung entschieden, ob Urkunde und Medaille berechtigt sind.

Zur Frage der Groß Buchholzer informiert Christine Büschkes von der Pressestelle des Ministeriums: „ Mit Stand heute sind Anträge für die hier in Rede stehenden Kameraden nicht eingegangen.“ Irgendwo auf dem langen Weg ging die Liste offenbar verloren.

Stadtwehrführer Thomas Gäde ist sich sicher, die Listen an Volker Lehmann, den stellvertretenden Kreisbrandmeister, weitergeleitet zu haben. Gleich nach dem Anruf aus unserer Redaktion setzen sich Gäde und Lehmann zusammen und überprüfen die Unterlagen. „Im Landkreis ist meine Liste nicht angekommen“, sagt ein ratloser Stadtwehrführer. „Ich bin mir sicher, sie geschrieben und abgeschickt zu haben.“ Er schiebt sich den Schwarzen Peter zu, untersucht noch einmal seine Postausgänge und stellt fest, dass die Mail tatsächlich an den Landkreis verschickt wurde. „Sie muss also im Netz hängen geblieben sein“, vermutet Thomas Gäde. „Vielleicht hat ein Virenschutzprogramm den Eingang beim Kreis blockiert.“ Er wolle auf jeden Fall künftig nachfragen, ob seine E-Mails angekommen sind.

Unabhängig davon bleibt die Kritik am Innenministerium bestehen. Gerade was die Auszeichnungen angeht, kommen von den Wehren und den Brandschutzverantwortlichen der Kommunen immer wieder Beschwerden. Das bestätigt Holger Rohde, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. „Auf jeder Verbandstagung wird die Verfahrensweise im Innenministerium kritisiert“, erzählt er. „Während in der Vergangenheit schnell reagiert werden konnte, wenn etwas vergessen wurde, ist dies nicht mehr möglich. Dadurch verschieben sich auch die realen Jubiläumsdaten, weil die nächsten zehn Jahre erst ab der letzten Ehrung gerechnet werden. Das Gebilde ist zu starr.“

Christine Büschkes geht auf die Kritik nicht ein, lässt die Blauröcke jedoch ein wenig hoffen, wenn sie mitteilt, dass an der Optimierung des Verfahrens gearbeitet werde. Zur Richtlinie allgemein sagt sie: „.Die Berechnung der Dienstzeiten für die jeweilige Auszeichnungsstufe umfasst die Zeiten in der Jugendfeuerwehr ab Vollendung des zehnten Lebensjahres sowie in der Einsatzabteilung und in der Ehrenabteilung. “

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