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Vermieter loben Konzentration auf Städte statt flaches Land

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Berlin/Potsdam | Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) prognostiziert einen weiteren Bevölkerungsverlust für Brandenburg. Bis zum Jahr 2030 würden im Land etwa 360 000 Menschen weniger leben als derzeit, geht aus dem Marktmonitor hervor, den der BBU gestern veröffentlichte. Zugleich lobte die Verbandsspitze die Entwicklungsstrategie der Landesregierung zugunsten von Städten.

"Das Entleeren der äußeren Räume in Brandenburg ist erschreckend", sagte BBU-Vorstand Maren Kern. Der Bevölkerungsverlust gehe mit großer Geschwindigkeit weiter. Am meisten würden die Prignitz, die Uckermark und der Landkreis Spree-Neiße verlieren, wenn die Entwicklung anhalte. Allein in Eisenhüttenstadt verringert sich der Prognose zufolge bis 2030 die Einwohnerzahl um 37 Prozent. In Schwedt sinke die Zahl der Einwohner um ein Drittel, Brandenburg an der Havel wird im Vergleich zu heute 14 Prozent weniger Bürger haben.

Im Erhebungszeitraum 2010 hinzugewonnen haben Kern zufolge die großen Städte wie Potsdam und Cottbus. Dies sei nicht zuletzt das Verdienst der Landesregierung. Sie habe in den vergangenen Jahren gezielt deren Stärkung betrieben, statt die Fläche zu entwickeln. Ebenso zielgerichtet seien dort die größeren Bildungseinrichtungen gefördert worden. Dadurch habe die Zahl junger Haushalte zugenommen. Auf lange Sicht werde Cottbus jedoch Einwohner verlieren. Ein sehr starkes Wachstum bei der Einwohnerzahl wird für Teltow (plus 32 Prozent) und Falkensee (plus 20) erwartet.

Als ermutigend bezeichnete die Managerin mit Blick auf das ganze Land die geringere Zahl der "Hartz IV"-Haushalte, wachsende Einkommen und leicht rückläufige Wanderungsverluste. Den Städten des weiteren Metropolenraumes um Berlin prophezeite sie gute Entwicklungsbedingungen. Günstige Mieten in Verbindung mit einem hohen Wohnstandard seien gute Standortfaktoren für den Wirtschaftsstandort Brandenburg. Dazu zählten auch "reizvolle Städte", eine hervorragende Infrastruktur und das reichhaltige Freizeitangebot.

Die Nettokaltmieten der BBU-Unternehmen in Brandenburg stiegen beim Bestand im Vergleich zu 2009 kaum. Im Berliner Umland wurden durchschnittlich 4,84 Euro pro Quadratmeter gefordert. Im weiteren Metropolenraum wurden 2010 im Schnitt 4,21 Euro für den Quadratmeter verlangt. Die höchsten Kaltmieten galten in Teltow (5,46) und Wildau (5,25). In Wildau wurden gegenüber 2009 die höchsten Steigerungen bei Bestandsmieten registriert (plus 2,3 Prozent).

Nur in Frankfurt (Oder) gab es mit 2,6 Prozent eine höhere Steigerung. Dort liegen die Durchschnittsmieten allerdings bei vier Euro für den Quadratmeter. In Potsdam werden im Schnitt 5,01 Euro pro Quadratmeter fällig. Die landesweit niedrigsten Bestandsmieten sind in Jüterbog zu zahlen (3,70). Der durchschnittliche Neuvermietungspreis lag in ganz Brandenburg bei 4,77 Euro pro Quadratmeter. Der höchste Leerstand wurde mit 18,9 Prozent in der Prignitz registriert.

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erstellt am 06.Dez.2011 | 08:19 Uhr

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