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Filmdreh in der Wische : Verliebt in Til Schweiger

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sylke Wiebel drehte an der Seite des Filmstars und ist glücklich / Ines Winterfeld ist enttäuscht, da ihr Sohn nicht vor die Kamera kam

Sie war überrascht und gibt es zu: „Der Til ist ein ganz sympathischer Bengel“, sagt Sylke Wiebel. Zwei Tage lang stand sie mit ihm am Set, drehte in Kietz bei Lenzen zwei verschiedene Beerdigungsszenen für Til Schweigers neuen Kinofilm.

70 Komparsen wirkten mit, darunter viele aus der Lenzerwische. Sylke Wiebel spricht von langen Tagen am Set. „Meistens mussten wir warten, bis wieder gedreht wurde.“ Aber das war nicht schlimm, denn die Versorgung und Betreuung sei sehr gut gewesen. Außerdem sei es spannend, so einen Drehtag zu verfolgen. „Es war eine junge Crew, nicht ein böses Wort ist gefallen“, sagt Wiebel.

Til habe Späße gemacht, aber beim Arbeiten „knallharte Anweisungen erteilt“, so die Perlebergerin. Als Regisseur und Darsteller sei er stets in Eile gewesen. „Gut 100 Meter musste er bei der Hitze laufen, um sich die Aufnahmen anzuschauen, zu entscheiden, ob die Szene wiederholt werden muss.“ Irgendwann habe es ihm gereicht und er nahm sich für diese Strecke ein Rad.

Während einer Szene standen sie alle in schwarzer Kleidung mitten in der Sonne und es gab eine Unterbrechung. „Jemand fragte, ob wir nicht ein Foto machen könnten und Til stimmte sofort zu“, schildert Sylke Wiebel. So entstand die obige Aufnahme, die die Produktionsfirma den Statisten zuschickte.

Dass Sylke Wiebel überhaupt Til Schweiger traf, hat sie ihrem Mann Dieter zu verdanken. Der las in unserer Zeitung von der Komparsensuche, bewarb sich und nahm seine Sylke einfach mit. In mehreren Filmen wirkte ihr Mann bereits mit, war zuletzt Statist in Perleberg bei den Dreharbeiten zum Film über Beate Uhse. „Das ist interessant und macht Spaß“ sagt er.

Er und seine Frau hatten vor dem Dreh eine andere Meinung über Til Schweiger – nicht die beste, wie sie sagen. Das sei jetzt anders. „Gefreut habe ich mich auch, Katharina Thalbach getroffen zu haben. Mit ihr konnte ich sogar ein paar Worte wechseln.“ Dieter Hallervorden hingegen habe sie nur kurz gesehen. „Er sagte uns Hallo und war dann gleich wieder verschwunden.“

Weit weniger begeistert vom Filmdreh in Kietz war Ines Winterfeld. Sie hatte durch die Zeitung erfahren, dass neben den Komparsen auch zwei Kleindarsteller gesucht wurden, darunter ein etwa zweijähriges Kind. „Da habe ich mich gemeldet und wurde mit meinem Sohn Jamie-Lee auch zum Dreh eingeladen. Am Dienstag waren wir von 14 bis 18 Uhr dort und haben gewartet. Um 18 Uhr wurden wir zum Set gefahren, wo wir erfahren haben, dass es nichts mehr wird und wir am Mittwoch wiederkommen sollen.“

Tags darauf seien sie um 10 Uhr in Kietz gewesen, wo die Kleinen gleich umgezogen wurden und es direkt ans Set ging. „Hier haben wir fünf Stunden gewartet, bis um 15 Uhr jemand zu uns kam und uns sagte, dass sie sich entschieden haben, die Kinder nicht mit zu drehen.“ Grund sei gewesen, dass die Schafe, die mit im Bild sein sollten, schon nicht das gemacht haben was sie sollten, und das Risiko zu hoch gewesen wäre, dass die Kinder geweint oder geschrien hätten, wenn die Schafe mal mitspielten. „Alles in allem waren wir zwei Tage vergebens vor Ort und sind mehr als enttäuscht, da wir auch so gut wie nicht betreut wurden“, so Ines Winterfeld. Zwar bekäme sie die Aufwandsentschädigung, ein Auftritt von Jamie-Lee wäre ihr aber lieber gewesen.

Die Produktionsfirma weist die Kritik zurück. Es habe vor Ort eine gute Betreuung gegeben, sogar eine Ecke mit Kinderspielzeug sei vorhanden gewesen. „Es kann durchaus vorkommen, dass Komparsen engagiert werden und dann doch nicht zum Einsatz kommen“, sagt Katy Steinfeld von barefootfilms. „Normalerweise ist das Komparsen, die über Agenturen gebucht werden, bekannt, dass so etwas vorkommen kann. Hier haben wir offenbar versäumt, darauf vorab hinzuweisen, was uns sehr leid tut.“


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erstellt am 14.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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