Verkehrswacht: Polizei lässt kleine Radfahrer im Stich

Grundschüler bei ihrer Fahrradprüfung. Foto: Archiv
Grundschüler bei ihrer Fahrradprüfung. Foto: Archiv

svz.de von
13. Juni 2012, 07:35 Uhr

Potsdam | Personalkürzungen bei der Polizei lassen die Fahrradprüfungen an Brandenburgs Schulen wackeln. Davor hat der Präsident der Landesverkehrswacht und Landtagsabgeordnete der Linkspartei, Jürgen Maresch, gewarnt. Bisher habe die Polizei zusammen mit den Ehrenamtlichen der Verkehrswachten die Radfahrerprüfung im Land abgesichert und sich an der Ausbildung der jungen Verkehrsteilnehmer beteiligt.

Hier fürchtet der Cottbuser Abgeordnete nun Konsequenzen aus dem Personalmangel der Polizei. "Der Polizeipräsident sagte mir, dass er die Radfahrerausbildung nicht weiter absichern kann, sondern nur noch die praktische Prüfung", so der Abgeordnete. Bislang hätten Polizisten ebenso wie viele hundert Freiwillige der Landesverkehrswacht die Ausbildung der Kinder unterstützt. "Die Berater für Verkehrs- und Mobilitätserziehung der Polizei sind nicht nur für die Schulung der Sachkundelehrer wichtig", sagt Jürgen Maresch. "Sie sind auch ein wichtiges Bindeglied zwischen den Sachkundelehrern und anderen Partnern." Künftig sollten nach Angaben des Abgeordneten die örtlichen Revierpolizisten diese Aufgaben übernehmen. "Aber wenn sie zu einem Ladendiebstahl gerufen werden, platzt der Termin an der Schule."

Das Polizeipräsidium sieht die Angelegenheit gelassen. "Die Polizei hat bislang die Schulen unterstützt und tut das auch weiterhin", sagt Pressesprecher Dietmar Keck. Prinzipiell seien die Vorbereitung und die Durchführung der Radfahrprüfung aber Sache der Schulen - sie gehörten zum Rahmenplan des Sachkundeunterrichts. "Die Polizei unterstützt das so, dass das Fahren im öffentlichen Raum gesichert ist." Das aber sei nur bei den Prüfungen erforderlich. Die Fahrradausbildung an sich fände oft auf dem Schulhof oder im Verkehrsgarten statt. "Freiwillig haben sich manche Dienststellen bislang über die verpflichtende Absicherung hinaus an der Vorbereitung der Fahrradprüfung beteiligt", sagt Keck. "Künftig werden wir die Pflichtaufgabe gewährleisten." Doch je nachdem, wie die einzelnen Dienststellen besetzt seien, würden sie sich auch über die Absicherung der Prüfung hi naus an der Ausbildung der Grundschüler beteiligen.

Jürgen Maresch reichen diese Aussagen nicht. Der Landtagsabgeordnete will die Fahrradprüfung und ihre Zukunft nach der parlamentarischen Sommerpause im August auf die Tagesordnungen sowohl des Innenausschusses als auch des Schulausschusses im Landtag setzen lassen. "Es ist schlicht nicht zu akzeptieren, dass die Radfahrausbildung für die Schüler - die unbedingt wichtig ist - unter Sparzwängen zerrieben wird", sagt Maresch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen