Pachtvertrag endet : Verkehrsgarten verlässt die Rolandstadt

verkehrswacht
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Ausbau eines Areals an der Quitzower Straße wäre zu teuer / Orientierung Richtung Kammermark

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02. Juli 2015, 08:00 Uhr

Beliebt war er und gut ausgelastet. Dennoch wird es keine Zukunft für den Verkehrsgarten geben. Der Pachtvertrag für das Gelände an der Hamburger Straße läuft zum Jahresende aus. Der Eigentümer möchte das Areal dann anderweitig nutzen, verlängert den Vertrag nicht. Dass das Aus kommen könnte, war sowohl den Vereinsmitgliedern der Verkehrswacht Prignitz klar, die sich speziell auf diesem Areal in der Verkehrserziehung für alle Altersgruppen engagiert, als auch der Stadt. Daher schaute man sich frühzeitig nach alternativen Flächen um. Fünf standen zur Auswahl, ein Brachgelände an der Quitzower Straße habe man favorisiert, resümiert Bauamtsleiter Hagen Boddin. Es gab Ortstermine und eine Kostenschätzung. „Die belief sich auf rund 150 000 Euro, wenn wir das Grundstück so hergerichtet hätten, wie wir es jetzt im Verkehrsgarten haben“, sagt Hartmut Unglaub von der Verkehrswacht. Eine zu große Summe, die der Verein nicht hätte stemmen können.

Der Termin des Pacht-Endes rückt nun näher – eine Lösung in der Rolandstadt fand sich leider trotz aller Bemühungen nicht. Ausweich soll daher künftig der Verkehrsgarten in Kammermark (Stadt Pritzwalk) sein. Er befindet sich auf städtischem Gelände. Ansässig ist hier auch der MC Pritzwalker 4x4 Club 1989 e. V. Der dortige Verkehrsgarten mit Kinderfahrrädern, realistischem Parcours und originalen Verkehrsschildern würde zusätzlich mit Ausstattungsteilen und Fahrrädern der Perleberger Einrichtung bestückt werden. Eventuell, so Unglaub, könnte auch der Carport aus Perleberg dorthin umgesetzt werden. Die neue Verkehrswacht-Vorsitzende Manuela Urbschat aus Pritzwalk sieht die künftig dezentrale Lage des Verkehrsgartens im Landkreis durchaus kritisch. Im Hintergrund gebe es daher bereits Überlegungen, z. B. die Kreismeisterschaft der Viertklässler im Radfahren nicht zwingend hier auszutragen, sondern in wechselnden Gastgeberstädten auf dann dafür hergerichteten Parkplätzen oder Schulhöfen. „Für die Kreismeisterschaft braucht man nicht zwingend einen Verkehrsgarten“, so Urbschat. Damit könne man auch ein Manko ausgleichen: Das Gelände in Kammermark hat keine Anbindung an den realen städtischen Verkehr. Mit einem Container, den man hier zusätzlich aufstellen könne, und der Mitnutzung von Einrichtungen des 4x4-Clubs sei Kammermark allerdings eine brauchbare Alternative zum jetzigen Verkehrsgarten.

Bis zum Jahresende heißt es nun allerdings in Perleberg: Alle beweglichen Teile abbauen und das Areal beräumen – sicher mit nicht nur einer Träne im Knopfloch.

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