Bahnübergang Perleberg : Verkehrschaos durch Schranken

Ein Softwarefehler sorgt für Missmut bei den Kraftfahrern. Bis zu 13 Minuten waren die Schranken geschlossen und es bildeten sich Staus in alle Richtungen.
Ein Softwarefehler sorgt für Missmut bei den Kraftfahrern. Bis zu 13 Minuten waren die Schranken geschlossen und es bildeten sich Staus in alle Richtungen.

Lange Staus bilden sich vor dem Bahnübergang am Bahnhof. Schranken bleiben bis zu 13 Minuten geschlossen. DB vermutet Softwarefehler

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13. November 2017, 21:00 Uhr

„Seit heute fährt die Bahn wieder. Und es herrscht gleich Chaos“, informiert uns unsere Leserin Bertraut Elfert Montagvormittag am Telefon. „Eigentlich sollten die Schranken doch jetzt schneller wieder öffnen, doch das Gegenteil ist der Fall.“ So konnte unsere Leserin von ihrem Fenster aus beobachten, dass die Schranken bis zu zehn Minuten geschlossen blieben.

Vor Ort konnte dies auch der „Prignitzer feststellen“: Eigentlich sollte der Zug nach Wittenberge um 10.46 Uhr abfahren, doch erst um 10.50 Uhr schließen sich die Schranken am Bahnübergang am Bahnhof. Drei Minuten später kommt der Zug im Schritttempo und stoppt am Bahnübergang. Er gibt ein Signalton ab und dann fährt er in den Bahnhof ein. Doch die Schranke bleibt geschlossen. Auch als der Zug den Bahnhof um 10.55 Uhr verlässt und nach Wittenberge fährt, passiert nichts.

In der Zwischenzeit haben sich in alle Richtungen Staus gebildet. In der August-Bebel-Straße reicht der Rückstau fast bis zum Bahnübergang in der Wilsnacker Straße. Viele Fahrzeuge wenden, versuchen sich durch die zahlreichen Baustellen der Stadt einen anderen Weg zu bahnen.

Wilfried Daue aus Perleberg steht direkt an der Schranke. Den Motor hat er längst abgeschaltet. „Das ist ein Ding, dass die Schranken so lange geschlossen bleiben“, sagt er. „Die bekommen das einfach nicht in den Griff!“.

Wenige Fahrzeuge dahinter steht Iris Rum vom Awo-Pflegedienst. Mit einer Kollegin will sie auf kürzestem Weg zu ihren Patienten in die Heinrich-Heine-Straße. Sie kann nicht verstehen, dass es so lange dauert, „wo doch gerade alles erneuert wurde“.

Um 11.03 Uhr kommt Bewegung in die Fahrzeugkolonnen, denn die Schranke gibt nach 13 Minuten die Fahrbahn wieder frei.

„Bahnübergang und Stellwerk arbeiten nicht richtig zusammen“, so Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Deutschen Bahn auf Anfrage des „Prignitzers“. „Daher müssen die Lokführer sich vor dem Passieren des Bahnübergangs aus Sicherheitsgründen davon überzeugen, dass dieser gesichert ist.“ Bei der Bahn geht man davon aus, dass es sich um einen Softwarefehler handelt, „an dessen Beseitigung wir mit Hochdruck arbeiten“.

Auch am Nachmittag gibt es noch lange Schließzeiten, berichtet uns Bertraut Elfert noch einmal. „Es wäre besser gewesen, die Technik am Wochenende auszuprobieren“, sagt sie abschließend.

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