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Der Prignitzer

17. November 2017 | 18:44 Uhr

Verkauf der Plattenburg ist tabu

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2011 | 06:27 Uhr

Plattenburg | Die lauten Äußerungen mancher Plattenburger Gemeindevertreter zum Verkauf der Plattenburg rufen Reaktionen hervor. Und die sind eindeutig: Ein Verkauf schadet der Region, der Gemeinde und der Burg.

"Eine Privatisierung halte ich für den schlechtesten Weg für die weitere Entwicklung der Plattenburg", sagt deren Pächter und Betreiber René Günther. Denn die Burganlage sei mit vielen Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln saniert und gefördert worden. Auch in Zukunft soll und müsse das Ensemble deshalb für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Außerdem würden Kommunen mehr Fördergeld erhalten, als Privatleute, argumentiert René Günther.

Das sieht auch der Prignitzer Landrat Hans Lange so: "Privatisierung ist keine Alternative. Die Plattenburg ist der touristische Leuchtturm der Prignitz, und den kann man nicht aus der Hand geben". Auch die Gemeinde müsse sich über die überregionale Bedeutung der Plattenburg im klaren sein, sagte Hans Lange auf Nachfrage.

Er hat eigens für die Burg 2003 eine Stiftung ins Leben gerufen und bisher zwei Projekte mit den Stiftungserträgen unterstützt. Das Stiftungskapital beträgt zur Zeit etwa 53 000 Euro, so Hans Lange. Aus den Zinserträgen wurde die Sanierung eines Fußbodens mit 1000 Euro und die Sanierung der Treppen mit 4000 Euro unterstützt.

"Die Zustiftungen halten sich im Moment in Grenzen. Es muss sicherlich ein Konzept her, wie man die Plattenburg weiter entwickeln will", regt der Landrat an. Das könne aber nicht die Privatisierung sein, diese von Gemeindevertretern thematisierte Variante bezeichnet er für "den absolut falschen Weg". Eine öffentliche Nutzung müsse gewährleistet bleiben und die Privatisierung habe sicherlich auch in der Vergangenheit nie jemand gewollt.

Ähnlich wie der Pächter sagt auch Lange, dass die Kommune ein Sanierungs- und Ausbaukonzept viel besser umsetzen kann, als private Betreiber, da Kommunen nun mal deutlich höhere Fördersätze bekommen . Die Sanierung der Fenster sieht Lange als sehr wichtig an, um die Heizkosten zu senken und dem Pächter den Betrieb zu erleichtern. Man müsse sich aber auch um die Heizungsanlage selbst Gedanken machen, so Lange, denn die sei seiner Ansicht nach viel zu groß dimensioniert. "Wir haben ja vor mehreren Jahren für die Heizung eine Förderung bekommen, zu dieser Zeit waren die Pläne für die Burg aber noch ganz andere", so der Landrat.

Pächter René Günther möchte bei der weiteren Entwicklung gern helfen und hat erste Ideen. Eine davon verfolgt die Gründung einer neuen Stiftung oder den Ausbau der bisherigen. Überlegens wert sei, dass eine Stiftung die Burg übernehme. "Oder aber, man findet einen Interessenten ähnlich wie den BUND bei der Burg Lenzen, der sich dem öffentlichen Interesse verschrieben hat und die öffentliche Nutzung der Burg zusichern würde."

Günthers Überlegungen gehen an vielen Stellen noch weiter. Zum Beispiel müsste die Geschichte der Burg besser aufgearbeitet werden. Eine Ausstellung mit Tafeln zur Chronologie sei zu wenig. Mehr Exponate, den Charakter eines Burgmuseums herausarbeiten - das seien wichtige Aufgaben.

Sicher sei, so Günther, dass es ein sehr großes öffentliches Interesse an der Burg gebe. Das zeigen einerseits die stetig steigenden Besucherzahlen, andererseits die große Nachfrage nach den Tafelrunden und die steigende Zahl der Hochzeiten. "Wir haben bereits jetzt für das kommende Jahr angemeldete Hochzeiten und sind in diesem Jahr bis in den Oktober hinein ausgebucht."


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