Verkabelte Pflanzen unterm Schirm

 Tausenden Tomatenpflanzen wachsen unter den Glasdächern. Sabrina Titze und Steffen Haering beim Ernten . Die  kräftig-roten Früchte gibt es in der Gärtnerei und auch auf Wochenmärkten.   Barbara Haak
Tausenden Tomatenpflanzen wachsen unter den Glasdächern. Sabrina Titze und Steffen Haering beim Ernten . Die kräftig-roten Früchte gibt es in der Gärtnerei und auch auf Wochenmärkten. Barbara Haak

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07. September 2012, 09:26 Uhr

Wittenberge | Steffen Haering hat seinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb am Standort in der Wahrenberger Straße innerhalb der letzten zwölf Monate energetisch aufgerüstet. Eine Entscheidung, die reiflich überlegt sein wollte, so der Firmenchef. Zwar hat die EU mit einem Zuschuss von 25 Prozent aus dem Fonds für ländliche Strukturentwicklung die Modernisierung unterstützt, trotzdem musste Haering selbst noch einmal viel Geld in die Hand nehmen.

An die 250 000 Euro hat Haering investiert. Ein Großteil seiner Gewächshäuser - er hat 6500 Quadratmeter unter Glas bzw. Folie - ist jetzt mit sogenannten Energieschirmen ausgerüstet. Bei den Schirmen handelt sich um lange Bahnen eines Gewebes, in das Aluminiumstreifen eingewebt sind. "Wir halten damit vor allem in den Nachtstunden mehr Wärme bei den Kulturen, erklärt Haering und demonstriert in einem der Gewächshäuser, wie es mit dem Ausrollen des Gewebes unterhalb vom Dach funktioniert. In dieser grünen Welt unter Glas haben über 3000 Erdbeerpflanzen ihren Platz. Jede einzelne Pflanze ist verkabelt. "Wir steuern seit neuestem Bewässerung und Düngung unserer Dauerkulturen per Computer", sagt Haering und spricht von einem sehr effektiven und sparsamen System. Außerdem würden Mitarbeiter zeitlich entlastet. Auf die Frage, ob das Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl hat, sagt Haering: "Wir bauen nicht ab. Die Zahl der Beschäftigten wächst eher noch leicht."

Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb bildet seit Jahren auch aus. Schlägt der Berufsnachwuchs gut ein, besteht nach der dreijährigen Lehre die Chance auf Übernahme. Jetzt haben zwei Neue ihre Ausbildung begonnen. Haering sagt, er habe sich für junge Leute entschieden, die von Hause aus wissen, wie es ist, ein großes Grundstück zu bewirtschaften, wer Gärtner werden will, muss eine Menge wissen und auch hart arbeiten können.

Um den steigenden Energiepreisen etwas entgegen zu setzten, hat der Betrieb in eine Kesselanlage investiert, die mit Biomasse läuft. "Hack schnitzel, minderwertiges Getreide, Restprodukte aus der Rapsölproduktion", zählt Haering als Beispiele dafür auf, was an Biomasse in den Kessel kommt. Die jüngste EU-Investition ermöglichte nun noch den Bau der dazugehörigen Lagerhalle.

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