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Zwangsversteigerung Wittenberge : Veritas-Park kommt unter den Hammer

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Zwangsversteigerung findet am 19. September in Neuruppin statt

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Der Veritas-Park kommt unter den Hammer. Die Zwangsversteigerung findet am 19. September ab 9 Uhr im Amtsgericht in Neuruppin statt. Große Teile des ehemaligen Nähmaschinenwerks und das dazu gehörige Gelände mit einer Größe von insgesamt gut 164   000 Quadratmetern werden angeboten.

Seit 2004 hat es mehrfach Versuche gegeben, für das alte Singer-Werk einen neuen Eigentümer zu finden. Ausgenommen ist jener Bereich, den der Landkreis nach der Wende erwarb und zu einem modernen Oberstufenzentrum umbaute.

Die anderen Gebäude und Anlagen hatte gleich nach der Wende der in den alten Bundesländern ansässige Mittelständler Horst L. von der Treuhand gekauft. Seine ehrgeizigen Pläne scheiterten. Er ging mit seinen Unternehmungen in die Insolvenz. Der Veritas-Park wird seit rund 20 Jahren zwangsverwaltet.

Im Grundbuch soll für Areal, Gebäude und Anlagen eine Grundschuld von rund sechs Millionen Euro eingetragen sein. Hinzu kommen Summen, die sich auch aus Zinsschulden ergeben. Bereits 2004, 2007 und zweimal 2010 hatten Gläubigerbanken versucht, das Werksgelände zu versteigern. Im Juni 2010 war das Gericht von einem Verkehrswert von 3,9 Millionen Euro ausgegangen.

In der aktuellen Ankündigung zur Zwangsversteigerung im September wird der Verkehrswert mit 230  000 Euro angegeben.

Vor genau einem Jahr informierte der „Prignitzer“ darüber, dass es Untersuchungen zu Gebäuden, zum Gelände und zu möglichen Altlasten auf dem Gelände des Veritas-Parks gab. Das Gericht verweist jetzt in seiner Ankündigung zur Versteigerung darauf, dass „ein orientierendes Altlastengutachten“ vorliegt und konstatiert: Aufgrund festgestellter Altlasten und Kontaminationen besteht akuter Handlungsbedarf hinsichtlich Sanierungs- und Gefahrenabwehrmaßnahmen.“

Seit der Schließung des Nähmaschinenwerks hat sich eine Reihe von kleineren Unternehmen in den ehemaligen Produktionsstätten angesiedelt. Ralf von Hagen, der sich seit dem Jahr 2000 hier vor Ort im Auftrag der jeweiligen Zwangsverwalter um den Veritas-Park kümmert, sagt, dass aktuell knapp 40 Firmen mit bis zu 400 Beschäftigten dort ansässig seien. Die Zwangsversteigerung, die nach Recherchen von einem Bankkonsortium ausgeht, hat sich sehr schnell herumgesprochen. Mehrfach sind Firmen daraufhin in der letzten und in dieser Woche angesprochen worden.

Die Kommune wird nicht mitbieten, denn es könne nicht die Aufgabe der Stadt sein, eine solche gewerbliche Immobilie zu betreiben, so Bürgermeister Oliver Hermann. „Selbstverständlich haben wir aber Interesse daran, dass sich der Park weiterhin entwickelt.“ Dazu müsse die Immobilie einen Eigentümer bekommen. Dass sei beispielsweise auch Voraussetzung, um Fördermittel zu akquirieren.  

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