Nähmaschinen aus der Schweiz : Veritas feiert Wiederbelebung

An der Stepenitz in Wittenberge wurden bis zur Wende die Veritas-Nähmaschinen produziert. Nun werden sie aus der Schweiz kommen.
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An der Stepenitz in Wittenberge wurden bis zur Wende die Veritas-Nähmaschinen produziert. Nun werden sie aus der Schweiz kommen.

Schweizer Firma lässt Traditionsmarke wieder produzieren / Auftakt-Veranstaltung auf dem Berliner Alexanderplatz mit Puhdys-Mitglied

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10. August 2016, 04:45 Uhr

Der Name „Veritas“ steht auch heute noch für Qualitäts-Nähmaschinen. Grund genug für die Schweizer Firma Crown Technics, sich die Namensrechte zu sichern und die Produktion wieder anzukurbeln – und das in der Alpenrepublik.

Im September soll es losgehen. Zum Start gibt es am 3. September von 10 bis 18 Uhr eine große „Relaunch-Party“ im Herzen Berlins auf dem Alexanderplatz. Mit dabei ist auch Puhdys-Bandmitglied Dieter „Quaster“ Hertrampf. „Er wird seine Nähkünste präsentieren, denn er hat viele Bühnenkostüme selbst genäht sowie auch die Innendekoration seines Hauses. Und er wird vielleicht auch noch singen“, blickt Lothar Wuttke voraus. Der gebürtige Wittenberger lebt in Berlin und ist Mitglied des Veritas-Klubs, der die Veranstaltung mit organisiert hat. Den Musiker kennt Wuttke noch aus DDR-Zeiten, der Kontakt blieb bestehen. „Wir waren Ende der 60er mit unserem Jugendklub vom Nähmaschinenwerk in Schwerin bei der Sendung ,Rund’ eingeladen. Dort haben wir uns einen Auftritt der Puhdys gewünscht“, beschreibt Wuttke gegenüber dem „Prignitzer“ das Kennenlernen. Neben dem Kult-Musiker wird auch die Botschafterin der Schweiz in Deutschland, Christine Schraner Burgener, anwesend sein.

Für den besonderen Werbeeffekt haben sich die Organisatoren eine Nähmaschinen-Tauschaktion ausgedacht. Die ersten Besucher können ihre alten Veritas-Geräte mit zum Alex bringen und gegen neue Exemplare tauschen. Insgesamt 55 warten auf ihre neuen Besitzer. „Wir nehmen auch Geräte an, die nicht mehr repariert werden können“, so Wuttke. Doch wie kam Crown Technics auf die Idee, die Traditionsmarke Veritas wieder aufleben zu lassen? „Die Firma ist eine Tochter des Großkonzerns ,Bernina’ aus der Schweiz. Dort arbeitete ein ehemaliger Nähmaschinenwerker, der sich die Rechte an dem Namen ,Veritas’ gesichert hatte“, erzählt Lothar Wuttke. Der 65-Jährige, der von 1973 bis 1991 im Wittenberger Nähmaschinenwerk arbeitete, zweifelt nicht daran, dass die Marke wieder zu alter Stärke finden kann. „In Deutschland werden jährlich 600 000 Geräte verkauft. Die jungen Menschen nähen wieder sehr viel selbst. Und ,Veritas’ genießt noch heute einen exzellenten Ruf, was besonders an der tollen Leistung der Mitarbeiter in Wittenberge liegt. Gerade in Osteuropa zählt die Marke mehr als zum Beispiel ,Singer’“, meint Wuttke. 

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