2016 ein "Störungsjahr"? : Vereint durch Meister Adebar

Falk Schulz stellt das Fernrohr für Elke Witt ein. Die Bergenhusenerin ist mit Gatten Johannes gern nach Rühstädt gekommen.
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Falk Schulz stellt das Fernrohr für Elke Witt ein. Die Bergenhusenerin ist mit Gatten Johannes gern nach Rühstädt gekommen.

Storchendörfer Rühstädt und Bergenhusen feiern 25-jährige Freundschaft: Afrikadürre wirkt sich negativ auf Population Adebars aus

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01. August 2016, 04:45 Uhr

Eine Schlagzeile in der Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben hat den Anstoß für die jetzt 25 Jahre währende Freundschaft zwischen den Storchendörfern Rühstädt und Bergenhusen in Schleswig-Holstein gegeben. Zum Storchenfest am Sonnabend besuchten 45 Bergenhusener ihre Freunde in der Prignitz. Mit von der Partie der heutige Bürgermeister Helmut Schriever und mit Helmut Mumm auch jener Ortschef, der die partnerschaftlichen Verbindungen mit anschob.

Aber noch einmal ein Vierteljahrhundert zurück: In besagter Boulevardzeitung fanden die Rühstädter eines Tages die Schlagzeile von Bergenhusen als dem storchenreichsten Dorf Deutschlands. Das konnten die Rühstädter einfach nicht glauben. Eine Delegation machte sich aus der Prignitz auf den Weg nach Schleswig-Holstein. „Wir wollten es genau wissen, deshalb sind wir hingefahren“, erinnerte sich am Sonnabend Anette Tolle. Und die Rühstädterin weiß auch noch ganz genau: „Bei uns nisteten dann doch mehr Störche.“

Der Besuch legte den Grundstein für die Freundschaft, die am Sonnabend von den Vertretern beider Dörfer noch einmal ausdrücklich beschworen wurde. Rühstädts Bürgermeisterin Heike Warnke und Storchenclubvorsitzender Ulrich Blum waren sich dann auch mit Helmut Schriever und Helmut Mumm einig: „wir haben immer aktive Bürger in unseren Dörfern gehabt, die die Freundschaft hochgehalten haben, und so soll und wird es auch künftig sein“.

Zu den Aktiven gehört auf Bergenhusener Seite auf jeden Fall auch Hans-Christian Langner. Auf seine Initiative hin, er war damals Chorchef, pflanzte man gemeinsam in Rühstädt eine Blutbuche. Symbolträchtig tauschten an diesem Baum die Vertreter beider Storchendörfer zum Jubiläum ihre Geschenke aus und sagen die Landeshymnen. Symbolträchtig auf jeden Fall auch, dass die Störche auf umliegenden Nestern laut klapperten.

31 Paare haben in diesem Jahr in Rühstädt Horste besetzt. Allerdings wachsen in ihren Nestern nur 33 Jungvögel heran. Falk Schulz, Chef des Nabu-Kreisverbandes und Weißstorchbetreuer in der Prignitz, kennt die Zahlen genau und nennt Fakten. 2016 sei ein sogenanntes Störungsjahr. In Überwinterungsgebieten in Afrika herrscht Dürre. Das wirke sich auf die Population und Kondition der Vögel aus. Auch in hiesigen Regionen fehle Wasser, das bedeutete weniger Amphibien und somit Nahrung. Und das Frühjahr war kühl. Seit 47 Jahren wurde und wird laut Schulz von engagierten Prignitzern die hiesige Storchenpopulation erfasst. „Daher wissen wir auch, dass dieses Jahr in Rühstädt zu den fünf brutärmsten gehört“, so Schulz. Trotzdem bietet Rühstädt Besuchern dieser Tage ein großes Naturerlebnis. Falk Schulz war auf dem Storchenfest mit einem Fernrohr präsent, ließ Gäste gern schauen. Bei 60-facher Vergrößerung kam man Meister Adebar wirklich ganz nah.  

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