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Der Prignitzer

18. November 2017 | 11:30 Uhr

Tierschutz : Verein betreut 80 Hunde in Not

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ehrenamtler sorgen im Tierheim in Groß Lüben aufopfernd für die Vierbeiner

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 21:30 Uhr

Kaum nähert sich Conny Grothe der großen Auslauffläche, stürzen acht Welpen an den Zaun, schnüffeln neugierig. Dann entdeckt einer der kleinen Hunde einen Ast. Das neue Spielzeug interessiert plötzlich alle. Die Kleinen toben wieder los. „Unsere Welpen ziehen die Leute natürlich an. Hundebabys sind einfach süß“, sagt die Vorsitzende des Vereins „SOS Hundehilfe Prignitz“ mit Sitz in Groß Lüben. Sie und die anderen Ehrenamtler im Verein wissen aber auch, was passieren kann, wenn sich jemand, ohne lange nachzudenken, „eine ach so süße Welpe“ nach Hause holt. Conny Grothe zeigt auf einen grauen, schlanken, großen Hund. Das Tier steckt voller Energie, springt am Zaun hoch, wenn sich Menschen nähern, möchte gestreichelt werden. Als dieser Vierbeiner noch klein und niedlich war, gefiel er einer Familie, sie holte ihn sich. Mutter, Vater, drei Kinder und das quicklebendige Tier lebten in einer Wohnung zusammen. Die Belastung wurde übergroß – auch für den Hund. Der Groß Lübener Verein nahm das eineinhalb Jahre Tier auf.

Conny Grothe kann noch viele Geschichten über Hunde erzählen, mit denen es das Schicksal oder besser Menschen nicht gut gemeint haben. Schließlich leben in dem Tierheim etwas außerhalb von Groß Lüben derzeit 80 Vierbeiner, die auf eine neue Familie hoffen. Die große Verantwortung für die Tiere tragen die Vereinsmitglieder im Ehrenamt.

Wie groß die Verantwortung ist, die sie sich damit auf die Schultern geladen haben, belegt beispielsweise der Futterverbrauch. Täglich benötigen die Vierbeiner 25 Kilogramm Trocken- und zwölf Büchsen Nassfutter. Das Geld dafür muss immer da sein. Hinzu kommen weitere Aufwendungen, beispielsweise für den Tierarzt. Conny Grothe stoppt bei ihrem Rundgang übers Gelände vor einem Hundezwinger. Ein Vierbeiner kommt schwanzwedelnd an den Zaun, erhält seine Streicheleinheit. Dieses Tier wird noch einige Zeit die Hilfe eines Arztes brauchen. „Er kam mit verbrannten Augen und gebrochenen Beinen zu uns“, sagt die Vereinschefin und freut sich: „Langsam geht es wieder aufwärts mit ihm.“

Weiter geht es über das weitläufige Gelände, vorbei an diversen Zwingern. Ein großer Bungalow ist im Entstehen. „Den durften wir uns nahe Berlin abbauen, die Fliesen für den Boden konnten wir im Sonderangebot kaufen. Das Handwerkliche machen wir selbst. Nur so können wir unsere neue Futter- und Quarantänestation finanzieren.“

Spenden jeder Art sind beim Verein willkommen. Mehrmals im Jahr veranstalten die Mitglieder Tage der offenen Tür – so auch am zurückliegenden Wochenende – , um zu zeigen, wie Spenden eingesetzt bzw. Geld ausgegeben wird, so beispielsweise für zwei neue große Ausläufe. Auch die Vereinsmitglieder sind ständig am Kurbeln und Tun, um die Finanzen zu sichern, das Tierheim weiterhin abzusichern. Da ist beispielsweise Carola Grabowski. Die engagierte Wittenbergerin spricht viel mit Leuten über das Vereinsanliegen, informiert sie, wie die Hundenothilfe funktioniert. „Es ist erstaunlich, wie aufgeschlossen viele Menschen reagieren und spenden“, freut sich Carola Grabowski.

Gute Partner hat der Verein in Perleberg in dem Geschäft Zoo- und Angelwelt und in der Wittenberge r Bahnstraße mit dem Edeka-Markt von Andreas Gülzow. Gülzow und Mitarbeiter spenden regelmäßig Futter und Reinigungsmittel, unterstützen die Tage der offenen Tür mit Kuchenbasaren und Gegrilltem. „Ich finde es richtig und wichtig, sich für Tiere einzusetzen“, sagt Gülzow. Er ist Mitglied im Verein „SOS Hundehilfe Prignitz“.


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