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Trink- und Abwassernetz : Verband investiert drei Millionen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

WTAZV legt zwei Wasserwerke still, baut ein Pumpwerk und startet mit der Sanierung des Karstädter Klärwerks

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Volles Programm – so kann man den Projektumfang des Westprignitzer Trink- und Abwasserzweckverbandes (WTAZV) in diesem Jahr beschreiben. Fast 1,6 Millionen investiert das Unternehmen im Bereich Abwasser und 1,5 Millionen bei Trinkwasser. „Im Letztgenannten planen wir, die Wasserwerke im ländlichen Raum in den nächsten 15 bis 20 Jahren abzulösen“, benennt Harald Blumeier, zuständig für Planung und Investitionen beim WTAZV, eines der großen Vorhaben. Zwei sollen bereits in diesem Jahr stillgelegt werden. Eines davon in Zapel.


Zapel


Die Zapeler, Mellener und Rambower, die bis dato von dort mit Trinkwasser versorgt wurden, werden künftig dieses vom Groß Warnower Wasserwerk erhalten. Dazu muss eine rund 2100 Meter lange Trinkwasserleitung von Pröttlin nach Zapel verlegt werden. „Knapp die Hälfte ist geschafft“, so Harald Blumeier. Voraussichtlich im Mai soll alles fertig sein. 185 000 Euro sind dafür veranschlagt. „Wir hoffen auf Fördermittel. Das Land hat jedoch eine Förderung für Trink- und Abwasseranlagen ohne Begründung eingestellt.“ Einziger Hoffnungsschimmer: Einzelne, schon im vergangenen Jahr beantragte Projekte, sollen noch gefördert werden. „Welche, wissen wir nicht. Voraussichtlich in den nächsten Tagen soll eine Entscheidung fallen“, merkt der Planer an.


Burow


Ein zweites Wasserwerk, das, wenn alles gut läuft, Ende des Jahres außer Betrieb genommen werden soll, steht in Burow. „Es ist ein sehr kleines, das nur das Dorf und Schönholz versorgt und so einfach unwirtschaftlich ist“, erläutert Harald Blumeier. Die Burower werden anschließend von Gülitz aus versorgt, das heißt, auch hier muss eine Leitung verlegt werden. Man sei in der Planung und rechne mit einem Baubeginn Ende Mai/Anfang Juni. Investitionsvolumen: rund 300 000 Euro. Ob Fördermittel fließen, steht in den Sternen. „Mitte des Jahres sollen neue Förderrichtlinien für Trink- und Abwasser aufgelegt werden. Ob wir aber die Kriterien erfüllen, wissen wir nicht. Wir kennen sie bis dato nicht“, führt der Planer an.


Bad Wilsnack


Eine weitere Baustelle des WTAZV in diesem Jahr ist Bad Wilsnack. Erneuert wird derzeit die Trinkwasserleitung im Zerner- und Erlenweg sowie in der Heidestraße. Mitte April dürften die Arbeiten beendet sein. Rund 260 000 Euro sind dafür veranschlagt. Ende des Monats geht es dann im Morgenweg weiter (Kosten: rund 150 000 Euro), und Mitte Juni ist dann der Birkenweg (160 000 Euro) dran. Zudem plane die Stadt, die Karthanebrücke in der Mühlenstraße zu erneuern. „Da haben wir eine Trinkwasserleitung zu liegen, müsse sie umverlegen.“ Man sei in der Planung und rechne, in der zweiten Jahreshälfte mit den Arbeiten beginnen zu können.

Zudem wolle man noch in diesem Jahr im Wasserwerk Bad Wilsnack ein sogenanntes Filterspülabwasserbecken bauen, in dem sich der Eisen- und Manganschlamm absetzt.

Bisher habe man diesen in den Regenwasserkanal eingeleitet, was aber längst nicht mehr dem Stand der Technik entspreche. Eingeplant sind dafür rund 80 000 Euro.


Lenzen


Auch in Lenzen will der WTAZV noch in diesem Jahr aktiv werden. „Hier müssen wir flächendeckend die Hausanschlüsse erneuern. Das Material ist noch aus DDR-Zeiten. Zwar wurde schon Kunststoff kombiniert mit verzinkten Elementen verbaut, doch der ist inzwischen verrottet. Die Ursache dafür kennen wir nicht“, fügt Harald Blumeier an. Begonnen werde in der Hamburger Straße, wo in diesem Jahr zwischen 40 und 50 Anschlüsse erneuert werden (grob geschätzte Kosten rund 40 000 Euro). In diesen Größenordnungen gehe es in den Folgejahren weiter.


Reetz


Trinkwasserhausanschlüsse werden auch in Reetz erneuert. „Die Hauptleitung haben wir vor zehn Jahren gemacht, jetzt ziehen wir mit den Hausanschlüssen nach, was auch dringend notwendig ist. Hier wurde verzinkter Stahl verbaut. Der ist inzwischen einfach verrottet.“ Die Planung laufe, in der zweiten Jahreshälfte soll Baubeginn und möglichst bis Jahresende alles fertig sein. Kostenumfang: 150 000 Euro.


Breese


Der Deichbau in Breese tangiert auch den WTAZV. „Im Vorfeld müssen wir hier rund 1500 Meter Trinkwasserdruckrohrleitung (260 000 Euro) und an die 1000 Meter Abwasserdruckrohrleitung (200 000 Euro) umverlegen“, erläutert der Planer. Die Arbeiten sind ausgeschrieben, Mitte April ist Submission und Ende Mai/Anfang Juni soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Kosten hier übernimmt jedoch größtenteils das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.


Karstädt


Im Abwasserbereich wird zur Jahresmitte in Karstädt gebaut. Hier soll das alte Pumpwerk in der Putlitzer Straße durch einen Ersatzbau außer Betrieb genommen werden. An die 250 000 Euro investiert der WTAZV hier. Zudem werde man noch in diesem Jahr zumindest beginnen, das Klärwerk, das inzwischen auch schon 25 Jahre alt ist, zu sanieren. Das Vorhaben werde sich aber über mehrere Jahre erstrecken und jährlich auch mehrere 100 000 Euro kosten. Für dieses Jahr sind dafür allein 300 000 Euro eingeplant. 

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