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Verband fordert mehr Feuerwehren in Vollzeit

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Potsdam | Brandenburgs Feuerwehrleute konnten sich im Jahr 2011 über 21 neue Einsatzfahrzeuge freuen. Sie wurden aus Sondermitteln des kommunalen Finanzausgleichs (FAG) kofinanziert, teilte das Innenministerium mit. Angeschafft wurden fünf Tanklöschfahrzeuge sowie

16 Tragkraftspritzenfahrzeuge mit integrierten Wassertank. Weitere 23 Fahrzeuge wurden bestellt, gehen aber erst 2012 an die Nutzer. Innenminister Dietmar Woidke (SPD) betonte, Stützpunktfeuerwehren sorgten für eine flächendeckende Bereitschaft. In Brandenburg gibt es rund 100 Stützpunktfeuerwehren.

Besorgt ist Manfred Gerdes vom Landesfeuerwehrverband aber über den zum Teil massiven Rückgang der ehrenamtlichen Lebensretter in der Mark. "Aktuell haben wir rund 47 000 Kameraden. In zehn Jahren prognostizieren wir nur noch 35 000", erklärte Gerdes. Einziger Ausweg könnte die großflächige Einführung von Berufsfeuerwehren im Land sein." Aus finanztechnischen Gründen ist dies aber utopisch und nicht umsetzbar", so Gerdes. Der Landesfeuerwehrverband könnte sich aber vorstellen, "dass die Kommunen zum Beispiel verstärkt hauptamtliche Maschinisten einstellen. Auch Mitarbeiter von Amtsverwaltungen könnten zur Feuerwehrarbeit herangezogen werden; natürlich nur nach entsprechender Ausbildung", sagte Gerdes. Vielleicht könnte das Land solche Lösungen forcieren.

"Von technischen Hilfen entlasten"

Das Innenministerium sieht hier aber keinen Handlungsbedarf und verweist auf das Brand- und Katastrophenschutzgesetz. Darin werden amtsfreie Gemeinden und Ämter mit mehr als 30 000 Einwohnern verpflichtet, Feuerwachen mit Hauptamtlichen ständig zu besetzen. Um dennoch Entlastung für die Wehren zu schaffen, denke der Innenminister darüber nach, ob der Feuerwehr nicht Aufgaben abgenommen werden könnten. Größtenteils müssten die Kameraden zu technischen Hilfeleistungen ausrücken. "So könnte beispielsweise das Abstreuen von Straßen nach einer Ölspur auch von den Straßenmeistereien übernommen werden", erklärte Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt.

Die Zahl der Fehl-Alarmierungen bei der Feuerwehr im Land hat im vergangenen Jahr um 500 Fälle zugenommen. Laut Innenministerium sind im Jahr 2010 knapp 5600 Fehl-Alarmierungen registriert worden. Im Vorjahr waren es rund 5100.

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erstellt am 28.Dez.2011 | 08:21 Uhr

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