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Kirchensanierung in Düpow : Vera Icon für Nachwelt erhalten

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Plus zehn neue, bleiverglaste Eichenfenster für die Düpower Kirche – gefördert mit 25 000 Euro von der Stiftung Denkmalschutz

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erstellt am 07.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Schon von weither ist sie sichtbar und jeder, der auf der B 5 in Richtung Berlin unterwegs ist, kommt an ihr vorbei – die Rede ist von der Düpower Kirche. „Es ist schon ein imposantes Bauwerk“, gesteht Pfarrer Matthias Frenzel. Und nicht nur das, es ist auch ein geschichtsträchtiges, denn die ältesten Bauteile des Dachgebälks stammen aus dem Jahre 1247. Das ergab eine dendrochronologische Untersuchung.

Jetzt hat die ehrwürdige Feldsteinkirche auch optisch dazugewonnen, berichtet sichtlich begeistert vom Ergebnis der Pfarrer und deutet auf die Fenster. Ende der 80er Jahre hielt nur noch der gute Wille die wurmstichigen Nadelholzrahmen zusammen. So beschlossen die Kirchenältesten, für Ersatz zu sorgen. Zu DDR-Zeiten glich das einem Abenteuer, denn Material gab es nicht und Geld hatte man nicht. Die Düpower nahmen die Geschicke selbst in die Hände und zimmerten zehn neue Fenster. „Das war echt eine Leistung“, bemerkt respektvoll der Pfarrer. Allerdings für eine Bleiverglasung reichte es dann doch nicht. Ihre Funktion aber erfüllten die Fenster, die Kirche war dicht und wieder sicher.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und eine 100-prozentige Förderung machen es nun möglich, das auch die zehn Fenster nun wieder ihre alte Schönheit zurück erhalten haben – aus Eichenholz getischlert und versehen mit Bleiglas. Glücklicherweise lagerten auf dem Kirchenboden noch Rudimente der alten. Aufarbeiten konnte man die nicht mehr, aber sie lieferten die Originalmaße, erläutert Matthias Frenzel. Die neuen Fenster sind fertig und wenn am 15. Mai in der Kirche Konfirmation gefeiert wird, dann werde man sich auch ein Bild von dem Geschaffenen machen können. „Eine wahre Augenweide“, umreißt der Pfarrer den Anblick in drei Worten.

Doch damit noch nicht genug. Die Kirche hat einen weiteren kleinen Schatz, den man nun konservieren und damit weiter bewahren will: Ein Vera Icon – ein wahrhaftiges Bild, das der Überlieferung nach nicht von Menschen geschaffen sei, sondern von Gott geschenkt wurde. Solchen Objekten werden in der Volksfrömmigkeit oft heilende Kräfte zugeschrieben. Jenes unmittelbar über der Uhr an der Nordseite des Turmes der Düpower Kirche ist ein Relief, das Christus darstellt. Schätzungsweise an die 700 Jahre alt ist es und von Wind und Wetter gezeichnet. „Im Herbst haben sich Steinrestauratoren das genau angesehen“, berichtet Pfarrer Frenzel. Nun wolle man noch hinter die Kachel schauen, den Backstein mit dem Relief entsprechend sichern, damit er sich nicht eines Tages löst und herausfällt. Zudem soll er mit einer schützenden Abdeckung versehen werden.

Summa summarum 25 000 Euro stellt die Stiftung für die Fenster und das Vera Icon zur Verfügung.

Und auch das hat die Düpower Kirche: Eine 550-jährige Bronzeglocke. „Sie ist zwar die kleinste von Dreien, aber sie hat alle Kriege überdauert. Die beiden anderen sind an die 100 Jahre alt und aus Stahl“, berichtet der Pfarrer. Am 17. September wolle man in Düpow so auch das Glockenjubiläum feiern.

Jüngeren Datums, funkgesteuert und mit allem versehen, was moderne Zeitmesser heute so zu bieten haben, ist hingegen die Turmuhr. Vor vier Jahren nahm sie den Platz der alten ein. Jene, wie auch ein Kirchenfenster aus DDR-Zeiten oder alte Dachsteine, erzählen dem Betrachter nun im Turm die Geschichte dieser Kirche.  

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