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Leben ohne Tierprodukte : Vegan ist sehr anspruchsvoll

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ernährung ohne Fleisch, Eier und Milchprodukte auch in der Region Thema / Perleberger offen für alternative Modelle

von
erstellt am 02.Nov.2016 | 10:00 Uhr

Sich vegan oder vegetarisch zu ernähren, ist längst keine Randerscheinung mehr, vielmehr sind die verschiedenen Strömungen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Zum gestrigen Weltvegantag hat hat sich der „Prignitzer“ einmal in Perleberg umgesehen. So betreibt Tatiana Stancev seit Mai diesen Jahres in der Innenstadt einen Laden, der sich direkt an bewusste Konsumenten wendet.

„Ich versuche weitestgehend auf Verpackungen zu verzichten, setze auf regionales Gemüse, Mehl, Honig und vor allem Bioprodukte“, erzählt sie. Doch war der Weg zum eigenen Laden eher kurios. „Ich habe zehn Jahre in London gelebt und wollte eigentlich nur zwei Monate hier bleiben. Die Familie, bei der ich dann gelebt habe, hat sich vegan ernährt, ich selbst habe immer bewusst eingekauft und die Möglichkeit gab es hier nicht“, so Stancev. Kurzerhand machte sie sich also mit ihrem Laden selbstständig und wurde in der Prignitz heimisch.

„Mittlerweile wird der Laden langsam angenommen, die Leute sind sehr interessiert, aber so etwas dauert“, so die geborene Hamburgerin, die selbst etwa einmal im Monat Fleisch isst. „In meinen Laden kommen jedoch alle, Vegetarier, Veganer und bewusste Esser, sich nur auf Veganer zu spezialisieren, wäre hier nicht sinnvoll“, meint Stancev.

Und doch finden Veganer, die auf jegliche tierische Produkte verzichten, bei ihr eine große Auswahl. „Es gibt alternative Milch- und Käseprodukte und sogar auf der Brownieverpackung eine Anleitung, diese ohne Eier zu kochen.“ Allgemein seien ihre Kunden meist Menschen, die sehr auf ihre Gesundheit achten, denen Tiere sehr wichtig sind oder die einfach auf Nachhaltigkeit setzen. „Jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn passt. Sich wirklich vollkommen vegan zu ernähren, ist schon sehr anspruchsvoll, da man sehr genau auf alles achten muss, selbst Sauerteig wird von manchen bereits abgelehnt, weil er als teilweise lebendig gesehen wird.“

Davon ist der Wittenberger Jan Peters weit entfernt, trotzdem kann er es in Ansätzen nachvollziehen: „Jeder soll es machen, wie er möchte, ich selbst ernähre mich auch bewusst, manchmal regional und bio.“ Ähnlich sehen es wohl auch die Hungrigen, die in Petra Underbergs vegetarisches Restaurant „Das Paradies“ kommen. „Ich weiß nicht, ob meine Kunden Vegetarier, Veganer oder Allesesser sind, aber ich habe viel zu tun. Ich glaube, es muss einfach schmecken, dann ist das egal“, so Unterberg.

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