Wittenberger musizieren : Vater und Sohn bringen große Freude

Falk und Marcel Schmeichel  spielen zur Heiligen Nacht.
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Falk und Marcel Schmeichel spielen zur Heiligen Nacht.

Falk Schmeichel und sein 15-jähriger Filius Marcel spielen Trompetenkonzert

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20. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Grüne statt weiße Weihnacht: Mancher mag sich über fehlenden Schnee und Frost grämen, Schmeichels kommt das Wetter entgegen. Vater Falk Schmeichel und sein Sohn Marcel wollen am 24. Dezember nämlich wieder zu ihren Instrumenten greifen, um für Nachbarn, Bekannte, aber auch ganz Fremde Melodien zur Heiligen Nacht spielen. Gegen 18.30 Uhr greifen Vater und Sohn am Dienstag zu ihren Trompeten und treten vor die Haustür in der Professor-Hilgenfeldt-Straße 21. „Wir freuen uns schon sehr darauf“, sagt Falk Schmeichel. Auch für seine Familie ist das kleine Konzert am Heiligen Abend schon eine liebgewordene Tradition zum Fest. Nur wenn die Temperaturen weit unter die Null-Grad-Grenze sinken, müsse das Konzert ausfallen, weil die Instrumente am Mund festfrieren, sagen Schmeichels. Und bei Minusgraden sei es fast unmöglich, einen klaren Ton zu bekommen, denn durch Kondenswasser gefrieren die Ventile.

Aber diese Sorge müssen Vater und Sohn in diesem Jahr nicht haben, die Vorfreude ist ungetrübt. Und das nicht nur bei ihnen. Seit Schmeichel im Jahr 2000 zum ersten Mal vor seinem Wohnhaus das weihnachtliche Konzert veranstaltete, finden sich von Jahr zu Jahr mehr Zuhörer, oder noch besser gesagt Genießer ein. Falk Schmeichel erzählt: „Überraschender Weise werde ich beispielsweise beim Friseur, beim Arzt, in der Apotheke angesprochen und gefragt, ob wir unsere Trompeten schon geputzt haben.“

Seit fünf Jahren musiziert der Vater gemeinsam mit seinem Sohn Marcel. „Im Duett zweistimmig klingt es viel schöner“, sind sich beide einig. Falk Schmeichel ist froh, dass sein Filius ein ebenso großes Interesse an der Musik hat, wie er selbst. Vor einigen Jahren entdeckte Marcel das Flügelhorn als Instrument für sich, begann als Zehnjähriger mit dem Unterricht in der Kreismusikschule, um sich am Flügelhorn ausbilden zu lassen. Diese Hörner sind eine Trompetenart, erklärt der Heranwachsende. Und der heute 15-jährige Marcel erzählt auch, dass sein Berufswunsch schon fest steht. Der junge Mann, der die 9. Klasse am Gymnasium besucht, möchte nach seinem Abitur Lehrer für Musik und Englisch studieren. Marcel hebt hervor, das sei allein sein Wunsch. Er machte das nicht etwa, weil vielleicht sein Vater es so wolle.

Marcel hatte vor kurzem ein zweiwöchiges Praktikum absolviert und ist so glücklich, weil er den Platz in der Musikschule erhielt. Das Pensum von Schmeichel junior ist groß: Neben der Schule und den Hausaufgaben nimmt er in der Woche jetzt eine Stunde Trompeten- und eine Stunde Klavierunterricht – schon zur Vorbereitung auf sein Studium. Dann stehen außerdem noch zwei Stunden Kapellenprobe an.

Vater Falk erzählt von Musikterminen, „die wir zu zweit oder in der Kapelle absolvieren“. Das mache jedes Mal Spaß. Aber der Heiligabend sei etwas Besonderes. „Nach dem Konzert kommen Menschen auf uns zu, geben uns die Hand, bedanken sich, loben uns.“ Das sei der schönste Lohn.

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