Autobahn A 14 : Varianten bei Wittenberge: Abgeordnete wollen keine ausschließen

Der Kreistag will bei der Planung der A 14 keine Einschränkungen befürworten.
Der Kreistag will bei der Planung der A 14 keine Einschränkungen befürworten.

Wirtschaftsausschuss diskutiert über mögliche Trassenführungen

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06. November 2014, 08:00 Uhr

Auf klare Ablehnung stößt ein Versuch der Kreistagsabgeordneten Bärbel Treutler (Bündnis 90/Grüne) die Trassenführung der A 14 zwischen Bentwisch und Lindenberg nicht weiter zu planen. Einstimmig lehnte der Wirtschaftsausschuss dieses Ansinnen auf seiner Sitzung am Dienstagabend ab.

Treutler hatte sich auf Aussagen des zuständigen Arbeitskreises bezogen. Sowohl das Potsdamer Verkehrsministerium als auch die für die Planung zuständige DEGES hatten gesagt, dass die Trasse an dieser Stelle voraussichtlich nicht genehmigungsfähig ist (wir berichteten). Daraufhin wollte Treutler einen Kreistagsbeschluss bewirken, der dazu auffordert, die Planungen einzustellen.

Das wolle man keinesfalls, so die Ausschussmitglieder. Auch wenn aktuell die 2009 zunächst verworfene Trassenführung hinter Bentwisch wieder favorisiert wird, müsse eine Alternative vorgehalten werden.

Niemand könne voraussagen, ob der Streckenverlauf hinter den beiden Dörfern genehmigungsfähig sein wird. Hintergrund sind erhebliche Naturschutzbedenken. „In der Tat werden dort Brutplätze erheblich beeinträchtigt“, bestätigte Edelgard Schimko, zuständige Geschäftsbereichsleiterin im Landkreis. 40 bis 50 Hektar Ausgleichsflächen für Nahrungsgebiete müssen gefunden werden. Erst eine exakte Kartierung wird im Frühjahr 2015 Aufschluss geben, welche und wie viele Vogelarten betroffen wären.

Angesichts dieser zu erwartenden Hürden sei es um so wichtiger, eine zweite Variante zwischen den Dörfern vorzuhalten, auch wenn diese von Beteiligten abgelehnt wird, da Anwohner mit erheblichen Verkehrslärm zu rechnen hätten.

„Wir brauchen so schnell wie möglich Klarheit, das ist für uns das wichtigste“, sagte Karl-Heinz Brüdigam. Das Ausschussmitglied ist zugleich Ortsvorsteher von Lindenberg. Genau wie die anderen Ausschussmitglieder betonte er, dass die A 14 wichtig sei und schnellstens durchgängig gebaut werden müsse. Kurt Treger, als sachkundiger Einwohner Mitglied im Ausschuss, forderte Brüdigam daraufhin auf: „Das Schutzgut Mensch nicht so gering zu bewerten.“

Der Abschnitt bei Wittenberge gilt als einer der kniffligsten im gesamten Trassenverlauf zwischen Magdeburg und dem Autobahndreieck Schwerin. Die Planungen sind jahrelang so gut wie nicht vorangekommen. Selbst die Elbquerung macht dagegen Fortschritte. Im nächsten Jahr erwartet der Landkreis für die Brücke den Planfeststellungsbeschluss. Im Herbst 2015 wird auch der Karstädter Abschnitt für den Verkehr frei gegeben, für den Lückenschluss nach Mecklenburg gab es kürzlich die Finanzierungszusage vom Bund. Bei Magdeburg rollt seit der vergangenen Woche der Verkehr auf dem Abschnitt Wolmirstedt.

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