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Brand in Raumausstatter : Ursache weiterhin ungeklärt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auf Facebook äußert sich Nachbar: Wir haben Null-Informationen erhalten /Zweifelhaft: Keine Gesundheitsgefährdung durch Ruß und Gase

von
erstellt am 28.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Seit einer Woche wird zur Brandursache Berliner Straße 1 ermittelt. Auch gestern gab es immer noch keine offiziellen Informationen dazu von der Polizeidirektion Neuruppin. „Frühestens Mitte nächster Woche“ sei damit zu rechnen, so Sprecherin Dörte Röhrs gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Kriminaltechnik sei noch mit der Ergebnisauswertung befasst und müsse sich zudem mit der ermittelnden Kriminalpolizei abstimmen. Bevor man den Auslöser nicht eindeutig identifiziert habe, könne man die Ursache nicht bekannt geben.

Unterdes kritisiert auf unserer Facebookseite G. Britz, dass angebliche Informationszettel nicht alle Betroffenen erhalten haben. „Eigentlich haben wir Null-Informationen erhalten, ist schon traurig als direkt Betroffener.“

Eine Nachfrage beim Landkreis ergab, dass das Gesundheitsamt einer Mieterin der Berliner Straße 1 auf Nachfrage ein Info-Blatt zum Verhalten bei einem Wohnungsbrand zugefaxt habe. Gutachterlich sei das Amt nicht tätig geworden.

Die Aussage der für das Objekt zuständigen Hausverwaltung, dass eine zunächst vermutete, ernsthafte Gesundheitsgefährdung durch die Gase und den Ruß, die der Großbrand mit sich brachte, ausgeschlossen werde, hält G. Britz gelinde gesagt für einen schlechten Witz. „Meine Frau und Tochter befinden sich in ärztlicher Behandlung bezüglich Reizhusten und Druck auf der Lunge. Wenn Teppiche, Laminat, Kunststoff-Bodenbeläge, Farben, Lacke etc. beim Verbrennen unbedenkliche Gase und Ruß absondern, kann ich nur ,lachen’. Ich frage mich, warum werden überhaupt Filter auf Müllverbrennungsanlagen montiert?“

„Der Prignitzer“ fragte bei der Hausverwaltung nach, auf welcher Grundlage diese Aussage getroffen wurde. Diese beruft sich darauf, dass heute an Ort und Stelle eine Zusammenkunft stattfinde, an der neben den Mietern auch Baugutachter, Chemiker und Versicherungen teilnehmen. Da werde über alles gesprochen und über weitere Schritte informiert.

Von der Feuerwehr wurde dem Eigentümer empfohlen, die Statik des Hauses Berliner Straße 1 durch einen Gutachter prüfen zu lassen. Zudem habe man den Bereitschaftsdienst der unteren Umweltbehörde involviert, weil unter anderem Glutnester in Container abgelöscht werden mussten, ist von Uwe Schleich, Pressesprecher der Feuerwehr, zu erfahren. Aufgabe der Feuerwehr sei es lediglich, den Brand zu löschen. Der Brandort wurde anschließend von der Polizei beschlagnahmt. In die Verantwortung des Eigentümers falle es dann, entsprechende Gutachter zu beauftragen. Betroffene, ob Mieter oder Nachbarn, müssen ihren Anspruch gegenüber ihm oder, wenn es einen Verursacher gibt, gegenüber jenen geltend machen, gegebenenfalls vor Gericht erstreiten. Dazu zähle auch, wenn Aussagen offenkundig angezweifelt werden, so Schleich weiter.

Heute vor einer Woche brannte es im Wohn- und Geschäftshaus in der Berliner Straße 1. Ersten Schätzungen zufolge entstand durch das Großfeuer ein Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro. Zahlreiche Nutzer des Objekts können seither nicht mehr bzw. noch nicht wieder in ihre Räumlichkeiten. Das betrifft Wohnungsinhaber ebenso wie Firmen.

 

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