Landesstraßen in Perleberg : Unzufrieden mit Landesstraßen

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Frust in Perleberger Ortsteilen wächst / Für mehrere Durchfahrten gibt es keine Hoffnung auf grundlegende Sanierung

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10. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Das Land arbeitet weiterhin an seiner Konzeption, Landesstraßen abzustufen“, sagt Bürgermeisterin Annett Jura nach ihrem Gespräch mit der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Kathrin Schneider. „Das Ergebnis ist und bleibt nicht zufriedenstellend.“

Die Straßen gehören zum sogenannten Grünen Netz, haben weder eine hohe Verkehrsbelastung noch erfüllen sie eine wichtige Funktion, heißt es dazu aus dem Ministerium. „Daher ist es nur möglich, die Sicherung der Befahrbarkeit im Rahmen von Unterhaltungsmaßnahmen abzusichern“, betont Ministeriumssprecher Steffen Streu.

Rückblende: Seit Jahren ist der Zustand von Landesstraßen in den Einwohnerversammlungen Thema. Seit Jahren hat sich nichts geändert, so dass es zu Unmut bei den Bürgern kam. Aus diesem Grund hatte Bürgermeisterin Annett Jura sich bereits im Mai des vergangenen Jahres an den Landesbetrieb für Straßenwesen gewandt, um konkrete Antworten zu bekommen. Doch die Antworten blieben aus.

Jetzt fragte der „Prignitzer“ im Landesministerium nach. Plötzlich kam Bewegung in den Vorgang, denn nicht nur wir bekamen eine Antwort, sondern auch die Stadt eine gleichlautende vom Landesbetrieb, bestätigt Jura.

Demnach seien die Mitarbeiter des Landesbetriebes am intensivsten an der B 5 im Einsatz. Die Reparatur der Bankette in der Ortsdurchfahrt Düpow steht auf dem Plan. Der Radweg zwischen dem Ortsteil und der Stadt Perleberg werde von der Straßenmeisterei zur Erhaltung der Befahrbarkeit unterhalten.

Inzwischen wurden auch zwei Schadstellen ausgebessert und mit Fräsgut geschlossen, heißt es weiter. Auch im Rahmen des Winterdienstes sei die Straßenmeisterei bemüht, diesen Radwegabschnitt vorrangig zu bedienen, „auch wenn keinerlei Verpflichtung bestehe, alle Straßen und Radwege überall und jederzeit von Schnee zu räumen“.

Keine guten Nachrichten gibt es für die Einwohner von Rosenhagen und Spiegelhagen. Die L 101 gehört nicht zu den prioritären Maßnahmen. Lediglich ein grundhafter Ausbau könnte zu einer nachhaltigen Verbesserung führen, „welcher jedoch aus den genannten Gründen nicht in Aussicht gestellt werden kann“, sagt Steffen Streu.

„Die Straßenmeisterei Perleberg ist weiterhin bemüht im Rahmen ihrer Möglichkeiten – mit denen ihr zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln und vorhandenen Kapazitäten – die Befahrbarkeit der Landesstraße zu erhalten“, so deren Leitzer Ingo Matthaes.

Das Problem der überschwemmten Ortsdurchfahrt in Groß Linde (L 102) hat in diesem Jahr der Starkregen verursacht. Die Straßenentwässerungsanlagen seien für durchschnittliche Niederschlagsmengen konzipiert, so das Ministerium. Daher ist die Gemeinde angehalten, „dafür Sorge zu tragen, dass das anfallende Oberflächenwasser der Grundstücke, welche nicht zur Landesstraße gehören, nicht auf die Landstraße geleitet werden“.

Hoffnung gibt es auch nicht für die Planung eines Radweges zwischen Sükow und Perleberg an der L 12.

Auch seitens des Rechnungshofes werde die Förderung der Landesstraßen im Grünen Netz kritisch hinterfragt. „Derzeit erarbeitet das Ministerium eine Strategie, wie mit dem Grünen Netz umgegangen werden soll“, bestätigt Steffen Streu den Sachstand. „Dabei wird das bisherige Verfahren zur Abstufung von Landesstraßen überprüft.

Enttäuschung und Frust herrscht bei den Ortsvorstehern, wie Bürgermeisterin Annett Jura nach der jüngsten gemeinsamen Beratung berichtet. „Für uns sind die Begründungen nicht ausreichend, warum die benannten Straßen nicht prioritär behandelt werden.“ Insbesondere bei der L 101, die von Perleberg über Spiegelhagen und Rosenhagen nach Krampfer und Rambow führt, sei dies nicht einzusehen.

Das machte Annett Jura der Ministerin auch deutlich. Sie forderte Kathrin Schneider auf, den Sachverhalt erneut zu prüfen. „Denn einige Straßen gehören nach ihrer Bedeutung eindeutig auch künftig in die Kategorie der Landesstraßen und sollten nicht herabgestuft werden“, betont die Stadtchefin ihre Sicht. Sie rechne auch damit, dass es am Ende gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Land und den Kommunen geben werde, sollte das Ministerium seinen Kurs fortsezen.

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