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Der Prignitzer

24. November 2017 | 04:46 Uhr

Untreueverdacht gegen den Landessportbund

vom

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 09:00 Uhr

Potsdam | Kurz vor dem Landessporttag muss sich der Landessportbund (LSB) Brandenburg mit einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft beschäftigen. Es geht um zweckentfremdete Fördergelder und hohe Zinserträge. Der LSB, der einen neuen Präsidenten wählt, sieht kein Fehlverhalten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue und des Subventionsbetrugs. Das sagte Sprecher Tom Köpping gestern. Der Sportbund soll in den Jahren 2006 und 2007 Fördermittel des Landes "zweckentfremdet" und Zinserträge in Höhe von insgesamt rund 111 000 Euro erwirtschaftet haben, so die Staatsanwaltschaft.

Der Landesrechnungshof als Auslöser der Ermittlungen hatte 2010 moniert, dieser Betrag sei nicht an das Land abgeführt worden. Zudem soll das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport nicht vollständig über die Verwendung informiert worden sein. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Unterlagen in der Geschäftsstelle des Sportbundes in Potsdam sichergestellt.

LSB-Geschäftsführer Andreas Gerlach bestätigte den Besuch der Ermittler. Allerdings räumte er ein, Zinserträge stets ordnungsgemäß in den Haushaltsberichten aufgeführt zu haben. Zur Aufklärung des Sachverhalts habe er "volle Bereitschaft" signalisiert. "Wir spielen mit offenen Karten", sagte Gerlach. Er erklärte, die Fördergelder seien stets nur "für ein oder zwei Tage" angelegt worden, ehe sie an die Adressaten wie Vereine oder Einrichtungen gingen. Dieses Vorgehen sei üblich. Im LSB sind insgesamt 315 876 Mitglieder und 2983 Vereine organisiert.

Das Thema wird heute beim 7. Landessporttag in Potsdam besprochen. Zugleich steht die Wahl des neuen LSB-Präsidenten auf dem Programm. Als Nachfolger für Hans-Dietrich Fiebig stellt sich der bisherige Vizepräsident Wolfgang Neubert als einziger Kandidat den erwarteten rund 300 Delegierten zur Abstimmung. Der 57-Jährige war von Fiebig als Nachfolger vorgeschlagen worden. Daneben soll in der Sportschule Potsdam der LSB-Haushalt für das nächste Jahr in Höhe von 12,691 Millionen Euro beschlossen werden.

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