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Bäume gefällt : Unterschriften retten Bäume nicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Grünen-Stadtverordneter sieht Aktion dennoch positiv, da sie zeige, dass sich Bürger sensiblen Umgang mit der Natur wünschen

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erstellt am 13.Okt.2015 | 12:00 Uhr

507 Menschen haben dafür unterschrieben, dass im ehemaligen Krankenhauspark zwischen Perleberger Straße und Stein-Hardenberg-Straße 21 Bäume – 15 Platanen und sechs Kastanien – erhalten bleiben. Der Stadtverordnete Frank Heinke (Bündnis 90/ Die Grünen) hatte in einigen Geschäften und Einrichtungen die Listen für den Protest gegen das seiner Meinung nach unnötige Fällen ausgelegt.

„Dass nach nur gut einer Woche so viele Menschen für den Baumerhalt unterschrieben haben zeigt doch, dass auch sie mit dieser Maßnahme nicht einverstanden sind“, sagte Heinke dem „Prignitzer“, bevor er die Listen dem Büro des Bürgermeisters überreichte. Das Stadtoberhaupt sei terminlich verhindert gewesen, so Heinke.

Den Kastanien und den Platanen – gesunde und vitale Bäume – hat die Protestaktion nicht mehr geholfen. Die Arbeiterwohlfahrt hat am Wochenende von ihrem Recht Gebrauch gemacht und die Bäume absägen lassen.

Der Grund: Die Awo wird ihr Seniorenpflegezentrum in der Stein-Hardenberg-Straße um 44 auf 117 Plätze erweitern. Und nicht allein das, die Awo wird damit verbunden den Standard ihrer Einrichtung erhöhen können. Wie Geschäftsführerin Heike Schulz erläutert, „setzen wir auf Einbettzimmer“. Das Haus in der Stein-Hardenberg-Straße ist voll ausgelastet. Der Bedarf für die Erweiterung sei auf jeden Fall gegeben, hatte Schulz auch bei einem Treffen Ende September betont, als sich eine Reihe von Bürger im Park an den mittlerweile gefällten Bäumen getroffen hatte. Heinke hatte jene Runde initiiert.

Bereits zu jenem Zeitpunkt hatte die Awo laut Geschäftsführung sämtliche Papiere einschließlich der Baugenehmigung zusammen, die sie zum Fällen der Bäume in dem ihr gehörenden Park berechtigten. Die Fällgenehmigung an sich hat die Wittenberger Stadtverwaltung erteilt. Mit dem Absägen der Platanen löst die Awo auch das über Jahre diskutierte Problem mit der dort bisher ansässigen Kolonie geschützter Krähen. Schulz hatte bei besagtem Treffen Ende September von Bürgern geäußerten Vermutungen nachdrücklich widersprochen, dass der Neubau extra so platziert würde, damit die Bäume mit den Nestern gefällt werden können. Die Fragenden hatte es gewundert, dass der Neubau parallel zum derzeitigen Gebäudekomplex verlaufen soll und damit den Bewohnern auf der einen Hausseite der bisher freie Blick verbaut werde.

Auf die „Prignitzer“-Nachfrage, ob die Unterschriftenaktion sinnlos war, jetzt, da die Awo vollendete Tatsachen geschaffen hat, sagt Heinke: „Nein, keinesfalls.“ Es zeigt doch, dass Bürger sich einen sensiblen Umgang mit dem Grün in der Stadt wünschen, dass sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sind.“ Heinke hofft, dass das auch Auswirkungen auf künftige Entscheidungen haben wird. Morgen trifft er sich mit dem Bürgermeister.

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