Geschwister-Scholl-Grundschule Perleberg : Unterricht im Schulcontainer

Klasse 1c: Mehr Schüler passen auch nicht in den Klassenraum und dabei sind noch nicht einmal alle auf dem Foto.
Klasse 1c: Mehr Schüler passen auch nicht in den Klassenraum und dabei sind noch nicht einmal alle auf dem Foto.

Mit dem neuen Schuljahr soll Übergangslösung bis zur Fertigstellung des geplanten Anbaus akutes Klassenraumproblem lindern

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08. März 2018, 05:00 Uhr

Wenn alles optimal laufe, ist der geplante Anbau an der Geschwister-Scholl-Grundschule Ende 2019/Anfang 2020 fertig, rechnet die Stadt. Bis dahin muss eine Lösung gefunden werden. Die stand im Schul- und Dienstag auch im Finanzausschuss zur Debatte.

Eine Containeranlage soll es richten. Die Stadt plant eine solche bis zur Fertigstellung des Anbaus anzumieten. Darin: Drei Klassenräume zu je 63 Quadratmetern, Flur und eine Sanitäreinheit mit ausreichend Toiletten für Mädchen und Jungen. Mittels Rampe soll der Schulcontainer barrierefrei erreichbar sein und in unmittelbarer Nähe des Schulgebäudes seinen Platz erhalten.

Der Zeitplan ist auf Kante genäht, man müsse sich sputen, um zum Schulanfang alles hinzu bekommen, so Bauamtsleiter Hagen Boddin.

Bevor aber der Container aufgestellt werden kann, müssen die Grundplatte hergestellt, Anschlüsse für Trink-, Schutz- und Regenwasser sowie für Elektro installiert werden. Veranschlagte Kosten dafür: einmalig 35 000 Euro. Für die Miete schlagen monatlich 5000 Euro zu Buche, sprich 60 000 Euro pro Jahr. Summa summarum sind das 95 000 Euro – überplanmäßige Mittel, die bereit gestellt werden sollen. Dafür braucht es des Votums der Stadtverordnetenversammlung. Der Schul- und auch der Finanzausschuss sprachen schon mal einstimmig eine Empfehlung dafür aus. Mehr noch, der Finanzausschuss votierte dafür, dass die Option des Kaufes nach Ablauf des Mietverhältnisses vertraglich mit verankert werde. Erwirbt die Stadt anschließend die Containeranlage, so belaufen sich die Gesamtkosten für diese um die 240 000 Euro, überschlägt der Bauamtsleiter auf Anfrage des Finanzausschusses. Der plädiert dafür, wenn die Räume weiterhin gebraucht werden, beispielsweise für den Hort, dass man sich die Kaufoption auf jeden Fall offen halten sollte.

Auch die Kosten für die Ausstattung sollen in den Gesamtkosten auftauchen, dafür sprach sich der Finanzausschuss ebenso geschlossen aus. Denn zu den Bau- und Mietkosten kommen noch geschätzte 28 100 Euro für die Ausstattung der drei Klassenräume. Viel Geld, das für eine Übergangslösung in die Hand genommen werden muss. Geld, das man schon in den Neubau hätte stecken können, gab Edwin Grönboldt (Bauernverband) im Schulausschuss zu bedenken. „Das Geld ist weg.“ „Die Kinder sind aber da“, machte Schulleiterin Gabriele Gohlke unmissverständlich klar. „Uns fehlen definitiv zwei Klassenräume, um überhaupt normal arbeiten zu können.“ Man habe schon keinen Fachraum Biologie und Physik mehr und auch einen Teilungsraum für die Flex-Klassen gebe es nicht. Mit dem neuen Schuljahr werde es eine dritte erste Klasse geben, aber nur zwei Klassen verlassen die Schule. Während die Rolandschule im vergangenen Jahr hier noch in die Bresche springen und Einschüler übernehmen konnte, ist das für das Schuljahr 2018/19 nicht mehr möglich. Auch sie arbeite am Limit.

Wenn auch nur sekundär, wie Gabriele Gohlke unterstrich, so sind die Lehrer auch direkt von der Platznot betroffen. Für 28 Kollegen bietet das Lehrerzimmer inzwischen nur noch 24 Plätze. Das primäre Problem sei aber, dass in den ersten, dritten, fünften und sechsten Klassen kein Stuhl mehr rein passe.

Beworben habe sich die Schollschule zudem für das Projekt Schule für gemeinsames Lernen und „die Aussichten, dass wir es zum 1. August werden, sind gut“, betont die Schulleiterin. Man brauche dafür neben dem Personal aber auch die räumlichen Voraussetzungen.

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