Düpower Feuerwehr : „Unser Wehrchef ist eine Frau“

Die junge DüpowerOrtswehrführung: Jannette Friedrich und Benjamin Thalmann.  Fotos: Doris Ritzka
Die junge DüpowerOrtswehrführung: Jannette Friedrich und Benjamin Thalmann. Fotos: Doris Ritzka

Jeannette Friedrich leitet jetzt die Geschicke der Düpower Blauröcke, ihr zur Seite steht Benjamin Thalmann

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06. März 2015, 12:00 Uhr

Jetzt ist es amtlich: Die Düpower Wehr wird wieder von einer Frau geführt. Auf der Jahreshauptversammlung wurde Jeannette Friedrich zur Ortswehrführerin berufen. In der Geschichte dieser Wehr ist sie die dritte Frau, die die Geschickte der Blauröcke lenkt und leitet.

„Uschi Selent war die erste, Margot Könning die zweite. Sie übergab dann 1985 die Wehrführung an Gebhard Thalmann“, berichtet Jeannette Friedrich, die schnell noch mal in den Analen der Wehr nachgeschlagen hat. Im Juni 2014 verstarb der Ortswehrführer, „in diesem Jahr hätte er sein 30-jähriges Dienstjubiläum gehabt“, ergänzt die 37-Jährige.

Achtung und Anerkennung klingen aus ihren Worten, denn was ein Ortswehrführer zu leisten hat, wofür er Verantwortung trägt, das weiß die junge Frau jetzt nur zu gut. Als Stellvertreterin musste sie von jetzt auf gleich die Führung übernehmen, ebenso wie Benjamin, der Sohn von Gebhard Thalmann, der fortan kommissarisch als Stellvertreter fungierte. Auch er wurde nun ganz offiziell in dieser Funktion bestätigt.

Ein junges Führungsteam in einer vom Altersdurchschnitt relativ jungen Wehr. „Etliche von uns sind unter 30 Jahre“, überschlägt kurz Benjamin Thalmann, der selbst gerade mal 26 Lenze zählt. Er und seine Wehrchefin kennen sich seit vielen Jahren, genauer gesagt lernte Benjamin von Jeannette das kleine Einmaleins eines Feuerwehrmannes.


Jugendarbeit zahlt sich aus


Die junge Chemielaborantin hatte von 1995 bis 2010 die Jugendwehr unter ihren Fittichen. Zeitweise gehörten der 18 Kinder und Jugendliche an. In zwei Gruppen wurde trainiert. „So einen Sack Flöhe unter einen Hut zu bringen und auch noch bei der Stange zu halten, da musste man sich schon so einiges einfallen lassen“, gesteht Jeannette Friedrich schmunzelnd. Offensichtlich hatte sie aber das Händchen dafür, denn so ziemlich der komplette Düpower Nachwuchs ist noch heute dabei, inzwischen natürlich in der Erwachsenenwehr, sowie Benjamin.

Dass beide mal in der Feuerwehr ihren Mann bzw. ihre Frau stehen, dass „war eigentlich so klar wie Kloßbrühe“, fügt die junge Wehrführerin mit einem Lächeln an. Beide Väter waren in der Wehr, sie sind faktisch im Gerätehaus großgeworden. „Außerdem gab es bei uns im Dorf nicht viel mehr.“

Sportverein und Feuerwehr, das ließ sich noch händeln. Heute sind die schulischen Angebote weitaus umfangreicher und dann ist da auch noch die Konkurrenz von Computer und Playstation. „Wenn sich das Interesse der Eltern für die Wehr in Grenzen hält, ist es schwer, den Nachwuchs dafür zu begeistern“, weiß die junge Wehrführerin. Nichtsdestotrotz wollen die Düpower Blauröcke wieder eine Jugendwehr ins Leben rufen. Gleichso ist das Vorhaben Frauenwehr auch nicht ad acta gelegt. „Derzeit bekommen meine jungen Frauen zumeist Nachwuchs. Wenn der aber laufen kann, dann wird auch unsere Frauengruppe vielleicht wieder spruchreif.“

Schneller soll es beim Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Düpow gehen. „Den wollen wir so schnell wie möglich ins Leben rufen“, betont Benjamin Thalmann. Denn obwohl die Stadt als Brandschutzträger versucht, vieles auf die Reihe zu bekommen, unterm Strich ist das Hemd immer noch zu kurz.

Allein eine komplette Ausrüstung für einen Atemschutzgeräteträger – da ist ist man mit 1000 Euro dabei. „Und wir benötigen dringend solche. Obwohl als erste am Brandort, können wir nur zusehen, müssen warten, bis andere Wehren eintreffen, die über derartige Ausrüstung verfügen“, berichtet die Wehrführerin. Auch hinsichtlich Ersatzbekleidung stehe man sprichwörtlich auf dem Schlauch. „Es gibt also vieles, wo uns ein Förderverein helfen könnte“, sind sich beide sicher.  

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