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Flächeneigentümer eingeladen : „Unser Land ist in guten Händen“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Agrargenossenschaft Karstädt lud zu Landverpächtertag ein / Unternehmen präsentierte sich und schnitt auch aktuelle Probleme an

„Unser Land ist in guten Händen“ lautete das Fazit des Landverpächtertages vom Sonnabend nicht nur bei Ulrich Neumann, Lothar Weißfuß oder Hartmut Gerloff. Die Agrargenossenschaft Karstädt hatte 166 Flächeneigentümer von Nebelin bis Strehlen eingeladen. Zu den 200 Landbesitzern nebst Familie gesellten sich Mitarbeiter der Genossenschaft und Angehörige, so dass Vorstandsvorsitzender Lothar Pawlowski rund 280 Gäste begrüßen konnte.

Dem positiven Fazit vorausgegangen waren Befahrungen der Feldmark mit mehreren Bussen – bewirtschaftet werden 3500 Hektar Acker- und Grünland. Parallel gab es Führungen durch den Wirtschaftshof mit Milchviehanlage und Technikbestand. Viel habe sich seit dem Landverpächtertag 2011 in puncto Tierwohl, Milchleistung und Wirtschaftlichkeit getan, erklärte Lothar Pawlowski: Verbreiterung der Fahrgassen von 24 auf 32 Meter auf den Feldern mit neuer Technik oder Schaffung von 154 Komfortplätzen durch Demontage des alten Melkkarusselltraktes. Ein neuer Komfortstall mit 364 Plätzen ging bereits Ende 2010 in Betrieb. 2013/14 entstanden zwei Jungrinderställe.

Auch im vorhandenen Kompaktstall wurde für mehr Lufteintritt und Licht gesorgt. „Wir sorgen für mehr Aktionsraum der Tiere, neue Tränkstellen, gepolsterte Liegeflächen und gummierte Spaltenböden im Fressbereich“, zählte Pawlowski auf. Begonnen habe auch der Umbau des Bereichs Trockensteher und abkalbende Kühe, folgen soll der Kälbertrakt.

„Ziel bei allen Um- und Neubauten ist immer die Verbesserung des Tierwohls und der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter“, unterstrich Pawlowski. Als Landwirtschaftsbetrieb mit dem Kernbereich Milch will die Genossenschaft die Milchmenge weiter steigern. 2016 nach der EU-weiten Abschaffung der Quotenbegrenzung sind mit 1474 Kühen 14 000 Tonnen Milch avisiert, das heißt 9500 Kilogramm je Kuh. „Diese Leistung muss sich ergeben durch das Wohlbefinden der Tiere “, betonte der Vorstandsvorsitzende und wandte sich zugleich gegen das Schlagwort Massentierhaltung: „Es ist eine Unterstellung, dass bei einer Tierhaltung in großen Ställen die artgerechte Haltung bei hohen Standards vernachlässigt wird. Wer regionale Produkte will, muss wettbewerbsfähige regionale Produktion ermöglichen.“

Pawlowski hielt auch mit Problemen nicht hinter dem Berg. So gehen der Genossenschaft durch die A 14 im nördlichen Abschnitt von Karstädt 70 Hektar für Bau-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verloren. Angekündigte Entschädigungszahlungen flossen bisher nicht. Auch im südlichen Bereich bis Nebelin werden nicht unerhebliche Flächenverluste erwartet. Mit der neuen EU-Förderperiode müsse sich die AG Karstädt, wie andere Landwirtschaftsbetriebe, zudem ab 2014 auf 15 Prozent weniger Beihilfe einstellen.

Personalprobleme hat die Agrargenossenschaft Karstädt indes nicht: Die Zahl der Arbeitskräfte stieg auf 50 Mitarbeiter plus vier Auszubildende. Im August beginnen weitere zwei Jugendliche ihre Lehre, und auch an Praktika bestehe reges Interesse.


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erstellt am 17.Jun.2014 | 12:00 Uhr

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