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Kunst für Wittenberges Eisenbahnmuseum : „Unser Bild ist wieder zu Hause“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einen Zuwachs der besonderen Art kann das Eisenbahnmuseum im ehemaligen Bahnbetriebswerk vermelden

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 04:45 Uhr

Das Eisenbahnmuseum auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks (Bw) ist um ein ganz besonderes Ausstellungsstück reicher. Es handelt sich um ein Ölbild. „Unser Bild ist wieder zu Hause“, sagt Frank Müller, als er das großformatige Werk präsentiert. Und das Mitglied im Trägerverein des Museums und ehemalige Bw-Mitarbeiter erklärt auch sofort, warum er von „unserem Bild“ spricht. „Es stammt von Ernst Elsner. Er hat hier bei uns im Bahnbetriebswerk gearbeitet, war Schriftenmaler.“ Eines Tages sei es ihm wahrscheinlich leid gewesen, ausschließlich Buchstabengruppen und Zahlen zur Kennzeichnung auf Fahrzeuge, beispielsweise zu Fristen, zu schreiben. „Da hat Elsner zu Ölfarbe und Pinsel gegriffen und dieses Bild gemalt mit Blick aus einem Triebwagen auf die Strecke.“

Wer sich in der Heimat auskennt, weiß, dass es nicht irgendein Streckenabschnitt ist. Der schöpferische Schriftenmaler aus dem Bw hat eine markante Brücke über die Bahnlinie bei Streesow/Reckenzin Richtung Schwerin auf seinem Bild verewigt.

Entstanden ist das Werk laut Signatur 1971. „Über Jahre gehörte es quasi zum Inventar. Jeder Beschäftigte kannte es“, erzählt Müller. Erst hing das Bild in der alten Kantine des Bahnbetriebswerks. Später habe es seinen Platz im neuen Sozialgebäude des Bw gefunden. Ein Aufenthalt auf Zeit. Denn nach der Wende hat die Bahn das einst bedeutende Wittenberger Bw geschlossen. Als ehemaliger Mitarbeiter erzählt Frank Müller, dass die letzte dort ansässige Bahndienststelle das verbliebene Inventar, darunter auch das Bild, quasi einsammelte. So kam das Werk nach Rostock. Über Jahre haben sich Ehemalige, wie Müller oder auch Wolfgang Sporleder, darum bemüht, „unser Bild wieder nach Hause zu holen“. „Nun hat es endlich geklappt“, freut sich der Museumsverein über die jetzige Zugänglichkeit der zuständigen Bahnmitarbeiter in Rostock.

Was aus dem Maler Ernst Elsner geworden ist, wissen die Museumsleute nicht. Er habe wahrscheinlich irgendwann in den 80ern das Bw verlassen. Deshalb kann er auch nicht befragt werden, ob er auf dem Bild einen bestimmten Triebwagen verewigen wollte. Frank Müller meint aber, es könne sich durchaus um ein Fahrzeug aus der 120er Baureihe handeln. Wer das Bild persönlich in Augenschein nehmen möchte, hat dazu mit Sicherheit am 8. und 9. Oktober Gelegenheit, wenn mit einem Dampflokfest die Museumssaison 2016 ausklingt.

Unabhängig davon ist Brandenburgs größtes Lokmuseum noch bis zum 29. Oktober jeden Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


In Berlin zur InnoTrans


Auf Reisen geht am Donnerstag die kleine Museumslok Emma, die im ehemaligen Bahnbetriebswerk jetzt ihre Heimat hat. Das Stahlross wird von seinem Besitzer auf der InnoTrans Berlin als Hingucker eingesetzt. Es handelt sich um eine der weltgrößten internationalen Fachmessen für Verkehrstechnik.

 

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