Feuerwehr Lenzen : Unnötige Alarme ärgern Wehr

Mehrfach wurden Ortswehrführer Norbert Stier (r.) und die Lenzener Kameraden zur Beseitigung von Sturmschäden gerufen.
Mehrfach wurden Ortswehrführer Norbert Stier (r.) und die Lenzener Kameraden zur Beseitigung von Sturmschäden gerufen.

Zahl der Einsätze hat sich für Lenzens Kameraden verdoppelt. Kameraden fühlen sich als Dienstleister der Straßenbehörden.

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04. März 2016, 08:00 Uhr

Hinter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lenzen liegt ein ereignisreiches Jahr. Denn neben Feuerwehrausscheiden, Präsentationen und Schulungen mussten die Blauröcke auch zu 13 Brandeinsätzen und 36 Hilfeleistungen ausrücken. Das waren fast doppelt so viele wie im Jahr 2014.

Nach kleineren Feuereinsätzen im Frühjahr und Sommer wurden die Lenzener, die meist im Verbund mit den Wehren der Gemeindeteile und der Lenzerwische ausrücken, allein im Oktober zu zwei Bränden gerufen. In Lanz stand ein Bergeraum mit darin gelagerten Strohballen in Flammen. Ein Übergreifen des Feuers auf einen angrenzenden Kälberstall konnten die Einsatzkräfte aber abwenden.

Größeren Schaden verhinderte das schnelle Eingreifen der Wehren auch beim Brand eines ungenutzten Schweinestalls in Wootz. Nur noch Schadensbegrenzung konnten die Kameraden dagegen kurz vor den Weihnachtsfeiertagen beim Brand eines Carports in der Hamburger Straße in Lenzen betreiben, bei dem zwei Autos völlig ausbrannten.
Zu den Hilfeleistungseinsätzen im vergangenen Jahr zählten unter anderem acht Verkehrsunfälle, zwei Ölaufnahmen, zwei Türnotöffnungen und eine Tierrettung.

Doch fast die Hälfte (19) der angeforderten Hilfeleistungen waren aus Sicht der Lenzener Kameraden eher unnötig. Mehrfach wurde die Wehr zur Beseitigung von Sturmschäden gerufen. „Diese Art Einsätze haben stark Überhand genommen und entpuppten sich in den meisten Fällen als Bagatellen“, sagte Lenzens Ortswehrführer Norbert Stier. Vermeintlich umgestürzte Bäume erwiesen sich als Zweige, die zwischenzeitlich breit gefahren oder von der Straße geweht wurden. „Darunter leidet natürlich die Einsatzmoral der Kameraden erheblich“, versteht Norbert Stier den Unmut der Männer und Frauen. Auch die Lenzener Wehr dürfe nicht zu einem billigen Dienstleister für Baulastträger werden.

Anders als andere Feuerwehren des Amtes sind die Lenzener mit ihrer verfügbaren Technik und Ausrüstung „auf einem guten Stand“. So konnte diese, nicht zuletzt durch eine größere finanzielle Zuwendung des Unternehmens Reinert Bauelemente, weiter erneuert oder ergänzt werden.

Personell gab es im Vorjahr Jahr keine gravierenden Veränderungen. Die Einsatzabteilung zählt weiter 23 Kameraden. Die Besetzung der Fahrzeuge bei Einsätzen, vor allem während der kritischen Tageszeiten, bleibt aber weiter problematisch. Durch das Zusammenwirken mit den anderen Wehren des Amtes Lenzen wurde das Problem bis jetzt aber gut gemeistert.

„Im Juli, früher als erwartet, sind wir vom analogen in den digitalen Funkbetrieb übergegangen. Die Kommunikation mit der Leitstelle ist dadurch qualitativ besser und durch die Verwendung der Status-Tasten entschieden einfacher geworden“, sagte Stier. „Auch mit der Ausbildung der Kameraden sind wir im Großen und Ganzen auf dem Laufenden.“ So hat Gerd Krause erfolgreich den Gruppenführer-Lehrgang, Justin Strecker, Vincent Preuß und Henry Koch den Atemschutzgeräteträger-Lehrgang absolviert.

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