Ungebremst in den Vorgarten

Feuerwehr und Abschleppdienst kümmern sich um das Wohnmobil, während dessen der Besitzer im Krankenhaus behandelt wird.
Foto:
Feuerwehr und Abschleppdienst kümmern sich um das Wohnmobil, während dessen der Besitzer im Krankenhaus behandelt wird.

74-jähriger Wohnmobilfahrer verwechselt vermutlich Bremse mit Gaspedal / Hausbewohnerehepaar kommt mit Schrecken davon

von
11. Juli 2014, 10:09 Uhr

„Wenn ich dran denke, zittern mir gleich wieder die Knie“, sagt Marianne Krüger und deutet auf ihre Grundstückseinfahrt. Der riesige Betonpfeiler liegt im Vorgarten, ebenso Teile des Holzzauns samt Briefkasten.

Es ist Donnerstagabend kurz nach 19 Uhr in der Hamburger Straße unmittelbar gegenüber der Abfahrt B 189 Perleberg-Nord auf die B 5: Marianne Krüger steht in der Küche, bereitet das Abendbrot vor. „Mein Mann wollte eigentlich noch Rasen mähen, hat es aber dann gelassen. Gott sei Dank!“ Ein lauter Knall lässt die Frau zusammenfahren. „Mein erster Gedanke – da hat einer bestimmt das Verkehrsschild mitgenommen.“ Marianne Krüger lässt alles stehen und liegen, will schauen, was da passiert ist, ob jemand Hilfe benötigt. „Ich traute meinen Augen nicht, da steht ein Wohnmobil mitten in meinem Vorgarten.“ Sofort ruft sie die Polizei an und schaut nach dem Fahrer. „Es ist ein älterer Herr, leichenblass sitzt er hinterm Steuer, ist aber ansprechbar“, berichtet sie.

Wie Toralf Reinhardt, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord, bestätigt, ist ein 74-Jähriger schier ungebremst über die B 5 geradewegs in den Vorgarten gefahren. Offensichtlich, so die Vermutung, habe er die Bremse mit dem Gaspedal verwechselt.

„Das haben wir auch angenommen“, fügt Marianne Krüger an. Unfälle habe es schon eine Reihe in diesem Bereich der Auf- bzw. Abfahrt der B 189 gegeben, „doch bei uns im Vorgarten ist noch niemand gelandet“. Erst dieser Tage habe sie noch gesagt, sie warte auf den Tag, an dem das geschieht. „Dass das wirklich passiert, damit habe ich aber nicht gerechnet.“ Sie sei froh, dass ihr Mann Donnerstag nicht noch gemäht habe. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, was hätte passieren können. Klar der Vorgarten sieht nun schlimm aus, doch das ist alles ersetzbar.“ Marianne Krügers Gedanken sind da vielmehr bei dem verletzten Fahrer.

„Die Rettungssanitäter haben ihn mitgenommen.“ Gestern wollten sie und ihr Mann im Krankenhaus vorbei schauen und nachfragen, wie es ihm geht.

Der Mann, der aus Hamburg stammt, hatte sich die rechte Hand verletzt. Er konnte aber nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Das Wohnmobil wurde noch am Donnerstagabend abgeschleppt – wirtschaftlicher Totalschaden (6000 Euro), heißt es im Polizeibericht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen