Viele unfälle, selten drogen : Unfallzahlen sinken nicht

Einer der schwersten Unfälle in Pritzwalk ereignete sich auf der Ortsumgehung im vergangenen September.
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Einer der schwersten Unfälle in Pritzwalk ereignete sich auf der Ortsumgehung im vergangenen September.

Polizei stellt Statistik für Pritzwalk vor: Auffallend viele vermisste Personen aus einer Kinder- und Jugendeinrichtung

svz.de von
24. Juni 2016, 12:00 Uhr

Mit guten Nachrichten kam der Prignitzer Polizeichef Peter Schröder nach Pritzwalk: Die Stadt ist sicherer geworden. Das sagte er den Pritzwalker Stadtverordneten und stellte die Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres vor.

Demnach gab es 845 Kriminalitätsfälle. Von den ermittelten Tätern waren nur 71 unter 21 Jahre alt. Somit könne nicht von einem Problem mit der Jugendkriminalität gesprochen werden, meinte Schröder.

Pritzwalk sei auch kein Drogenschwerpunkt. Die Anzahl der festgestellten Delikte sei sehr gering. „Drogen sind eine rechtliche Grauzone. Der Handel und der Besitz sind strafbar, aber nicht der Konsum“, erklärte Schröder. Er sei überzeugt, dass mehr Drogen im Umlauf seien, unter anderem in Schulen, Discos und auf Festivals. Wenn die Polizei ihre Suche intensivieren würde, würde sie mehr Drogen finden, meinte der Polizeichef.

Aber das sehe er nicht als vorrangig an. Wichtiger sei aus seiner Sicht die Drogenprävention. Daran müssten sich mehrere Institutionen beteiligen. Neben der Polizei seien das Schulen, Sozialarbeiter und selbstverständlich auch das Elternhaus.

Ein Problem steche in Pritzwalk deutlich heraus: Das seien die vermissten Personen. Dies hänge unter anderem mit der Einrichtung „Falkennest“ zusammen, in der unter anderem verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche betreut werden. Verschwindet jemand aus der Einrichtung, werde dies umgehend der Polizei gemeldet und ein Fall angelegt sowie notwendige Maßnahmen werden ergriffen. Für das vergangene Jahr stehen 97 vermisste Personen in der Statistik. Manche Namen tauchen mehrmals auf, so Schröder.

Die Zahl der Kriminalitätsfälle ist rückläufig, die der Verkehrsunfälle annähernd konstant. Bei 471 Unfällen wurden 51 Personen verletzt. 41 Prozent der Unfälle waren Wildunfälle. In 33 Fällen war überhöhte Geschwindigkeit die Ursache und in 33 Fällen waren es Vorfahrtsfehler, fasste Schröder zusammen.

Als besonders hoch schätzt er die Parkplatzunfälle ein. „Allgemein muss man sagen, dass die Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer aber auch die der Radfahrer im Straßenverkehr deutlich nachgelassen hat“, so Peter Schröder. An 13 Unfällen waren Radfahrer beteiligt. Ursache war meistens ein Fehler an Kreuzungen oder beim Abbiegen.
 

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