Unerforschtes auf DVD

Roberto Bölter, Bernd Malkus, Jens Nering, Steve Hausmann in Vertretung von Lutz Mamerow ('Deutscher Kaiser') und Hans Rothbauer, stellvertretender Bürgermeister (v. l.), mit den DVDs.  Steuerberater Bernd Malkus und Lutz Mamerow sprechen den Filmemacher einen besonderen Dank für ihre Unterstützung aus. Hans Rothbauer kaufte gleich einige Filme für  städtische Zwecke ab.Birgit Hamann (2)
Roberto Bölter, Bernd Malkus, Jens Nering, Steve Hausmann in Vertretung von Lutz Mamerow ("Deutscher Kaiser") und Hans Rothbauer, stellvertretender Bürgermeister (v. l.), mit den DVDs. Steuerberater Bernd Malkus und Lutz Mamerow sprechen den Filmemacher einen besonderen Dank für ihre Unterstützung aus. Hans Rothbauer kaufte gleich einige Filme für städtische Zwecke ab.Birgit Hamann (2)

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13. September 2012, 06:24 Uhr

Perleberg | Mit ihrem Film "Getränke und Handel im Wandel der Zeit" gelang es Jens Nering und Roberto Bölter - Hobbyfilmer und Hobby historiker, im Berufsleben Kriminaltechniker und Schlosser - ein interessantes und zum Teil sogar völlig unerforschtes Stück Perleberger Stadtgeschichte lebendig zu machen und mittels einer DVD in die Gegenwart zu holen. Das gut einstündige Werk wurde am Mittwochabend im Saal des Hotels "Deutscher Kaiser" der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab sofort können Interessenten den Film im Friseurgeschäft Nering in der Wilsnacker Straße und im Steuerbüro Malkus käuflich erwerben.

Ursprünglich, so Jens Nering, sollte sich der Film nur ums Bier drehen. Die Historie der Perleberger Brauereien findet sich auch ausgiebig wieder, ebenso wie die über hochprozentige Getränke und Wein, über Milch sowie über den zweiten wichtigen Aspekt des Films, den Handel.

Bei ihren Recherchen sind Bölter und Nering allerdings im übertragenen Sinne auf der Spur des Wasser kleben geblieben - des Mineral- und Heilwassers, muss man der Vollständigkeit halber sagen. Über das Wasser, das einst alles andere als ein Alltagsgetränk war, schlugen Bölter und Nering auch den Bogen zu den Apotheken, berichten über die künstliche Herstellung von Mineralwasser, die in Deutschland ab 1830 erlaubt war und auch in der Rolandstadt praktiziert wurde. Funde von Flaschen und Verschlüssen dokumentieren aber aus bereits sehr viel früherer Zeit, welch weite Wege Flaschen und Krüge von Mineralquellen genommen hatten. Aus der Zeit um 1800 stammt beispielsweise eine Flaschen scherbe, die belegt, dass Wasser aus Niederselters im Taunus nach Perleberg transportiert worden ist. Auch aus Bad Pyrmont, Karlsbad und vielen weiteren Quellorten kam das Wasser in die Prignitz.

Sehr viel mehr ist über die Brauereien bekannt - zahlreiche kleine Aspekte, die sich um dieses Thema ranken, dürften aber selbst alteingesessenen Perlebergern vielleicht neu sein. So wurde der Beyerteich einst für einen sehr speziellen Zweck angelegt: Man gewann aus ihm Eis für den Eiskeller der Brauerei Beyer. Und, woher die Hopfenstraße ihren Namen hat, kann man sich eventuell denken. Tatsächlich aber, so Jens Nering, sei belegt, dass es hier einst ein Hopfenanbaugebiet gab.

Die Macher des Films nutzten sowohl Perleberger als auch auswärtige Quellen für ihre Recherchen, befragten Fachleute und Zeitzeugen. "Ein Film dieser Art ist auch landesweit noch nicht produziert worden", machte Jens Nering am Mittwochabend den Wert der Recherchen deutlich.

Ihm und Roberto Bölter spuken bereits Ideen für einen weiteren historischen Film über Perleberg im Kopf herum, der möglicherweise im Jubiläumsjahr 2014 erscheinen könnte. Auch dafür wird sicher wieder ihr ganz eigenes Motto das Maß der Dinge sein: "Uns geht es darum, etwas zu zeigen, das noch nicht gezeigt wurde.

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