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Der Prignitzer

25. September 2017 | 17:23 Uhr

Umzugsträume der Tafel geplatzt

vom

svz.de von
erstellt am 24.Nov.2011 | 11:27 Uhr

Perleberg | "Es wäre ideal gewesen", gesteht Marlies Müller, Vorsitzende des Perleberger Tafel e. V. Die Rede ist von dem ehemaligen Kindergarten in der Ritterstraße. Hier wäre die Tafel, die inzwischen räumlich an ihre Grenzen gestoßen ist, gern eingezogen. "Doch wir können uns das Anwesen einfach nicht leisten", fügt die Vereinsvorsitzende an. Erst kürzlich hatte sie das Gebäude noch einmal in Augenschein genommen, vor allem "auch unter dem Blickwinkel, vielleicht nur einen Teil zu nehmen". "Doch wir bräuchten schon alles, und das können wir nicht bezahlen." Allein die monatlichen Betriebskosten plus Miete würde die Tafel über 2000 Euro kosten. "Umgerechnet sind das 1000 verkaufte Lebensmittelbeutel. Das ist nicht möglich bei durchschnittlich 40 Bedürftigen, die pro Tag unser Angebot nutzen." Zudem sei man dann noch keinen Kilometer gefahren und kein Lohn wäre gezahlt.Und auch das müsse man jetzt ins Kalkül ziehen: "Wir werden, wenn überhaupt, weniger Ein-Euro-Jobber haben. Damit werden auch die Sachkosten reduziert bzw. entfallen ganz", listet die Marlies Müller auf.

Unabhängig von den dann monatlichen Betriebskosten ohne Miete, für die man jetzt Miete, Strom und Gas begleichen kann, müsse man schätzungsweise noch 20 000 Euro investieren für den Umbau von Sanitäranlagen, Einbau eines Fettabscheiders und Mobiliar sowie sämtliches Geschirr vom Löffel bis zum großen Teller. Letzteres stellt ihnen jetzt der Vermietet zur Verfügung. "Wir wären froh gewesen, wenn es geklappt hätte, doch man muss mit den Füßen auf dem Boden bleiben."

Wie weiter nun? "Wir bleiben, wo wir sind und bekommen vom Vermieter noch einen Raum dazu", bringt es die Vereinsvorsitzende auf einen kurzen Nenner. So hätte man dann ein abgeschlossenes Büro. "Damit können wir das Büro in Wittenberge kündigen und sparen wieder Geld ein." Der Raum, der jetzt als solches mitdient, soll zum einen weiter für die Kühlkapazitäten genutzt werden und zudem als Umkleide für die Mitarbeiter hergerichtet werden. Investieren wolle der Verein in die Küche, hier unter anderem in eine moderne Arbeitsplatte. Und auch der Saal, wo der Verkauf der Lebensmittelbeutel an Bedürftige durchgeführt wird, soll mittels Trockenwände ansprechender hergerichtet werden. So jedenfalls die Vorstellungen.

An die 430 Bedarfsgemeinschaften mit rund 1000 Leuten nutzen das Angebot der Tafel. "Die Tendenz ist weiter steigend", betont Marlies Müller. Vor allem seien es auch immer mehr Senioren, die hier einkaufen müssen, weil die Rente zum Leben nicht reicht.

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