Umspannwerk geht im Juli in Betrieb

Parallel zur B 189 entsteht derzeit das Umspannwerk. Doris Ritzka
Parallel zur B 189 entsteht derzeit das Umspannwerk. Doris Ritzka

svz.de von
14. Juni 2012, 07:37 Uhr

Perleberg | Der Perleberger Solarpark liefert seit 1. Juni den ersten Strom. Bereits jetzt wird täglich zwischen 10 und 14 Uhr so viel Energie erzeugt und eingespeist, wie ganz Perleberg verbraucht. Bis August soll dann die Gesamtleistung von 32 Megawatt an das Hochspannungsnetz angeschlossen werden.

Vielen Kraftfahrern ist in diesem Zusammenhang sicher die Baustelle an der B 189 aufgefallen, wo die Wemag zunächst einen Strommasten errichtete und die Gehrlicher Solar AG jetzt dabei ist, ein neues Umspannwerk bauen zu lassen.

"Momentan speisen wir die Energie noch provisorisch ins Mittelspannungsnetz ein. Die Module, die schon da sind, verdienen also bereits jetzt ihr Geld, wenn man so will", erläuterte Projektentwickler Tim Meyer von Gehrlicher in einem Gespräch mit dem "Prignitzer" die aktuelle Situation.

Man liege gut im Zeitplan. Im Juli soll das Umspannwerk fertig sein. Kunden-Umspannwerke, so eine Wemag-Sprecherin, seien üblich, um Strom ins Freileitungsnetz einzuspeisen - und in Perleberg die günstigere Variante für den Investor, als wenn man dafür das vorhandene Umspannwerk hätte nutzen müssen.

Das Werk, so Tim Meyer, sei genau auf die künftige Leistung des Solarparks zugeschnitten. "Ein bisschen Puffer haben wir natürlich noch drin", sagt er.

Das Solarkraftwerk soll künftig mit einer Nennleistung von 35 MWp jährlich rund 33 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Die Abkürzung "MWp" steht dabei für Megawatt Peak (Spitzenleistung), die Einheit der maximalen Leistung eines Photovoltaik-Kraftwerks.

Die hier erzeugte Energie würde den Bedarf von mehr als 9300 Drei-Personen-Haushalten decken. Verglichen mit fossiler Stromerzeugung soll die Anlage jährlich rund 32 000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Die Module stehen auf einer insgesamt 87 Hektar großen Fläche des ehemaligen Militärflugplatzes. 62 Hektar davon wurden mit Unterkonstruktionen, Solarmodulen und Wechselrichtern bebaut. Das übrige Areal dient als so genannte Ausgleichsfläche: Hier werden Lebensräume für Wiesenbrüter geschaffen.

Der Erfolg des Projekts war zwischenzeitlich in Frage gestellt, da die Pläne der Bundesregierung zur Absenkung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen für Verunsicherung sorgten. "Dank nachhaltig ausgerichteter politischer Unterstützung aus der Region Perleberg, aus dem Land Bayern und aus Berlin konnte eine angemessene Übergangsfrist für Freiflächenprojekte auf Konversionsflächen und eine Umsetzung dieses Solarparks ermöglicht werden", so die Presseinformation der Gehrlicher Solar AG.

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