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Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 00:21 Uhr

Umgehungsbau für Kuhbier ab 2011

vom

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2010 | 08:12 Uhr

Kuhbier | Voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres soll das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung von Kuhbier abgeschlossen werden. Der Baubeginn erfolge laut Landesregierung "schnellstmöglich", voraussichtlich 2011. "Ziel der Straßenbauverwaltung ist es, nach Vorliegen des rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlusses und der Haushaltsmitteleinstellung unverzüglich mit der Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen zu beginnen", teilte gestern Dr. Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Potsdamer Infrastrukturministeriums mit.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Gregor Beyer war im Rahmen seiner Sommertour auch durch Kuhbier gekommen, hatte sich mit Vertretern des Ortes getroffen, von ihren Problemen mit der Ortsdurchfahrt erfahren. Denn die Kuhbierer kämpfen bereits seit 1993 um eine Ortsumgehung, doch bislang erfolglos. Dafür wird die Verkehrslawine, die sich täglich auf der B 189 durch den Ort wälzt, immer größer. Vor allem der Schwerlastverkehr hat enorm zugenommen. Derzeit, so erklärte gestern Ortsvorsteher Kurt Essel gegenüber dem "Prignitzer", seien es 650 bis 700 Lastkraftwagen pro Tag. "Viele halten sich nicht an die im Ort vorgeschriebenen Tempo 30", beklagt Essel. Die Geschwindigkeitsbegrenzung hatten sich die Kuhbierer erkämpft, weil der Verkehrslärm und die Belastungen für die Grundstücke unzumutbar wurden. An vielen Häusern zeigten sich mittlerweile die Folgen der ständigen Erschütterungen. Essel zufolge gebe es bereits Anträge auf Schadensausgleich und auch Anzeigen wegen Sachbeschädigung.

Die jetzigen Aussagen des brandenburgischen Infrastrukturministeriums glaubt man in Kuhbier nicht so recht. Zu oft schon wurden Zusagen und Termine verschoben. Und angesichts der Tatsache, dass die Fraktionen der Regierungsparteien SPD und Linke radikal den Sparstift ansetzen wollen, gerade auch was die Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen anbelangt, sehen die Kuhbierer ihre so dringend benötigte Ortsumgehung wieder nach hinten geschoben.

Dr. Schade bestätigte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung zwar die Tatsache, dass es Verschiebungen geben könne, sieht aber die Ortsumgehung von Kuhbier nicht gefährdet. Denn dabei handele es sich um eine Bundesstraße. Zwar müsse das Land kofinanzieren, doch mit vergleichsweise kleinen Beträgen für die Planungskosten. "Es wäre unklug, wenn wir die Bundesmittel für diesen Bau nicht abrufen würden", erklärte Schade. Wenn gespart werden solle, dann sicher an Projekten, die zu hundert Prozent vom Land finanziert werden müssen.

Nach Fertigstellung der Ortsumgehung von Kuhbier soll die Ortsdurchfahrt als Kreisstraße umgewidmet und dann vom Landkreis saniert werden. Wie gestern in der Kreisverwaltung zu erfahren war, gebe es dafür bereits eine Vorplanung des Landesbetriebes für Straßenwesen. Auf dieser Grundlage soll die weitere Planung erfolgen.

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