Katastrophenschutz in der Prignitz : Übung für Chemieunfälle

Leckagen abdichten: Wichtigste Erstmaßnahme bei flüssigen Gefahrstoffen.
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Leckagen abdichten: Wichtigste Erstmaßnahme bei flüssigen Gefahrstoffen.

Wehren aus Wittenberge und Pritzwalk probten für den Ernstfall – unter anderem an einem Container aus Cottbus

svz.de von
08. August 2016, 21:00 Uhr

Unfälle mit gefährlichen Chemikalien sind in der Prignitz zwar eine Seltenheit. Um aber auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, trainierten die Wehren aus Wittenberge und Pritzwalk am Wochenende den richtigen Umgang etwa mit Leckagen nach einem Tanklasterunfall.

„Aufgrund der Katastrophenschutzverordnung vom 24. September 2012 hatten wir im Landkreis eine eigene Gefahrstoffeinheit gegründet. Die Wittenberger sind seitdem Schwerpunktwehr dafür“, erklärt Volker Lehmann vom Sachbereich Koordination Ausbildung/Technik. Die Übung ist die mittlerweile dritte für die sogenannte Gefahrstoffeinheit (GSE) des Landkreises Prignitz.

Zur gesamten Einheit zählen etwa 30 Einsatzkräfte aus Wittenberge, Pritzwalk/Sadenbeck und Bad Wilsnack, sowie unterstützende Kräfte, die aus Perleberg, Putlitz und Karstädt im Notfall herangezogen werden. Ein Einsatz der gesamten GSE war bisher noch nicht nötig, so Lehmann. Auf der Wittenberger Wache, wo große Teile der Gefahrstoffkomponente stehen, wurden 16 Kräfte in den Bereichen ABC-Lagen, Einsatz unter Chemikalienschutzanzug, Dekontamination sowie dem Abdichten von Kesselwagen geschult. Sie trainierten, wie das Auslaufen von Flüssigkeiten oder das Austreten fester Gefahrenstoffe eingedämmt und wie die giftigen Chemikalien gebunden und aufgenommen werden können. Zur Unterstützung dieser technisch hoch anspruchsvollen Ausbildung hatte der Landkreis extra spezielles Gerät aus Cottbus organisiert. Er mietete von der dortigen Berufsfeuerwehr einen sogenannten Abrollbehälter „Gefahrstoff-Training“, an dem sich aufgrund verschiedener beigebrachter Leckagen verschiedene Szenarien simulieren lassen. Die Wittenberger Kameraden hatten die Technik am vergangenen Freitag mit einem Einsatzfahrzeug aus der Lausitz abgeholt und gestern im Laufe des Tages wieder zurück transportiert.

„Wir werden weitere Ausbildungseinheiten mit der gesamten Gefahrstoffgruppe durchführen. Denn im Gefahrenfall können die kleinen freiwilligen Wehren vor Ort solche Einsätze nicht eigenständig stemmen“, so Lehmann.

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