Stipendium : Über Umwege zum Traumberuf

André Spielmann  ist einer von vier jungen Menschen, die bei der Ausbildung zum Mediziner unterstützt werden.
André Spielmann ist einer von vier jungen Menschen, die bei der Ausbildung zum Mediziner unterstützt werden.

André Spielmann ist neuer Stipendiat im Kreiskrankenhaus Prignitz und studiert jetzt Medizin

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05. April 2017, 08:00 Uhr

Dass der Weg zum Traumberuf nicht immer geradeaus geht, zeigt ein Beispiel aus der Rolandstadt. André Spielmann ist neuer Stipendiat im Kreiskrankenhaus Prignitz und kann dank dieser Finanzspritze Medizin studieren.

Schon als Kind wollte er einen Beruf erlernen, mit dem er Menschen beistehen kann: Berufsfeuerwehrmann. Voraussetzung ist ein technischer Beruf. Nach der Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur und Berufstätigkeit als Stahlschweißer zog es ihn konkreter in die helfende Richtung.

Es folgten Praktika im Perleberger Krankenhaus, die dem Wunsch, Menschen zu helfen, gerecht wurden. Mit 23 Jahren schloss Spielmann seine Ausbildung zum Rettungsassistenten in Hamburg ab. Die Kombination der Einsatzorte Autobahn, Landstraßen jenseits von Ortschaften, aber auch Veranstaltungsgelände wie die Colorline Arena in Hamburg hinterließ bei ihm prägende Eindrücke.

2010 kehrte er zurück in die Prignitz. „Das Herz schlägt für die Heimat“, resümiert Spielmann, der 1983 hier geboren wurde. Beim Rettungsdienst des Landkreises arbeitete er als Rettungssanitäter: „In der Prignitz ist einiges anders.“ Im April 2012 gab es eine berufliche Veränderung zum operativen Leiter des Rettungsdienstes. Schnell stellte Spielmann fest, dass diese Tätigkeit zu praxisfern ist und wechselte ein Jahr später wieder in den aktiven Dienst.

Die Vision vom Medizinstudium reifte schon länger in seinem Kopf. Mit Fontanes ‚Am Mute hängt der Erfolg‘, begründet Spielmann die Entscheidung für sein großes Ziel. Alle zukünftigen Wege sollen nun dort hin führen. Im Juni vergangenen Jahres absolvierte er als erste Hürde das Abitur. Dieses legte er berufsbegleitend in Berlin ab.

Unter den zirka 700 Bewerbern an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin konnte er sich durchsetzen und erhielt einen begehrten Studienplatz. „Persönlichkeit und Praxisorientierung zählen hier“, nennt Spielmann die Gründe für die Wahl der Hochschule. Damit war auch die zweite Hürde geschafft. Am vergangenen Sonnabend, dem 1. April, ging es mit dem Studium los.

Das Kreiskrankenhaus Prignitz unterstützt den jungen motivierten Mann mit einem Stipendium in Form eines Darlehens, heißt es in einer Mitteilung. „Dies ist der beste Weg, junge Mediziner rechtzeitig an unser Haus zu binden“, erklärt Geschäftsführer Karsten Krüger. Das Kreiskrankenhaus Prignitz wurde im Sommer 2016 bereits vom Land als Akademisches Lehrkrankenhaus der MHB anerkannt. Es gehört zu dem sogenannten Brandenburger Netzwerk, das derzeit aus rund 23 kooperierenden Kliniken und etwa 35 Lehrpraxen besteht.

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