Kein geld : Turnhalle scheitert in erster Runde

Die Turnhalle Dallmin müsste dringend saniert werden.
Die Turnhalle Dallmin müsste dringend saniert werden.

Im Auswahlverfahren für EU-Förderprogramm Leader nicht auf Prioritätenliste

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27. August 2015, 22:00 Uhr

Das hatte sich die Gemeindeverwaltung Karstädt anders erhofft. Sie wollte in diesem Jahr für die Sanierung der Turnhalle Dallmin etwas vom großen Fördergeld-Kuchen abbekommen, das heißt: in das von der EU geförderte Programm Leader hineinrutschen, denn dort kann man bis zu 75 Prozent der Gesamtsumme als Förderung erhalten. Die Gemeinde hatte ihre beiden Projekte, zum einen eben die Turnhalle und zum anderen die Einrichtung einer Stromversorgung für den Dorfplatz in Postlin, beim Regionalmanagement der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Storchenland Prignitz bis zum 12. Juni eingereicht.

Mit beiden Vorhaben scheiterte die Gemeinde beim ersten Auswahlverfahren allerdings. „Wir erfüllen einige Kriterien und sind nicht gänzlich durchgefallen, aber andere Projekte haben eine höhere Punktzahl erreicht“, informierte Karstädts Bauamtsmitarbeiter Wolfgang Fritze.

Die LAG Storchenland Prignitz hatte für das erste Verfahren in diesem Sommer ein Budget von einer Million Euro Fördermittel festgelegt. Die Mittel in dem Förderprogramm Leader für die Periode 2014 bis 2020 werden aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) und vom Land Brandenburg bereitgestellt. Insgesamt wurden bis zum 12. Juni 43 Projekte eingereicht. Der aus 15 Mitgliedern bestehende Beirat hatte im Juli auf der Grundlage des Auswahlkriterienkatalogs die Vorhaben bewertet. Die Mindestpunktzahl von vier hatten mehrere Projekte erreicht. „Es wurde eine Prioritätenliste erstellt“, erklärte Susanne Dorow, Regionalmanagerin bei der LAG Storchenland Prignitz. Nach der Auswahl der ersten sechs Projekte (siehe nebenstehende Liste) war die eine Million Euro Fördermittelbudget für dieses erste Verfahren bereits aufgeteilt.

Diese Projekte haben damit die zweite Stufe des Antragsverfahrens erreicht und die Projektträger können nun den Förderantrag beim zuständigen Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) in Neuruppin stellen.

Alle anderen können bei der nächsten Runde wieder mitmachen. „Der zweite Ordnungstermin ist der 30. Oktober diesen Jahres. Jeder kann erneut ein Projektblatt einreichen. Eine Warteliste dürfen wir nicht erstellen“, betonte Regionalmanagerin Susanne Dorow.

„Wir versuchen es wieder, obwohl dann sicherlich noch viel mehr Projekte eingereicht werden“, meinte Karstädts Bauamtsleiter Christian Gadow. Aber die Gemeinde will nichts unversucht lassen, Fördergelder für die Turnhallen-Sanierung zu bekommen, obwohl sie sich bewusst ist, dass es Kommunen im Moment über das Leader-Förderprogramm schwer haben – wie die erste Runde zeigte – um ganz weit oben auf der Prioritätenliste zu landen.

Die Turnhalle Dallmin bedarf der dringenden Sanierung. „Sie entspricht bei der Wärmedämmung und Statik nicht mehr den heutigen Anforderungen. Auch die Fenster müssen erneuert werden“, sagt Fritze. „Wir mussten in manchen Wintern aussetzen, weil es einfach zu kalt in der Halle war, wir sie nicht richtig warm bekommen haben“, sagte die Vorsitzende des TuS Dallmin, Diana Küchler bereits vor Wochen. Der Verein zählt mittlerweile 80 Mitglieder in den Abteilungen Fußball, Volleyball, Leichtathletik und Badminton. Und zweimal im Jahr absolvieren die Vereinsmitglieder einen Arbeitseinsatz in und rund um die Halle, die zudem von den Kita- und Hortkindern genutzt wird.  

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