Probleme zum Saisonauftakt im Uhrenturm : Turmklima lässt Exponate rosten

Allen drei liegt der Uhrenturm als Wahrzeichen am Herzen: Museumschefin Birka Stövesandt, Verwalter Ralf von Hagen und KSTW-Chef Uwe Neumann (v. l.). Fotos: Reik Anton
1 von 3
Allen drei liegt der Uhrenturm als Wahrzeichen am Herzen: Museumschefin Birka Stövesandt, Verwalter Ralf von Hagen und KSTW-Chef Uwe Neumann (v. l.). Fotos: Reik Anton

Ausstellungssaison im Uhrenturm beginnt morgen. Drei Räume können aber vorerst nicht geöffnet werden.

von
05. Mai 2017, 05:00 Uhr

Wenn ab morgen der Uhrenturm in Wittenberge seine Pforten öffnet, werden drei Räume der Dauerausstellung nicht zu sehen sein. Die Schäden an einigen Exponaten in der alten Singer- und der Veritas-Schau in der zweiten Etage mit dem Titel „Mensch und Werk“ und im Veritas-Raum in der dritten sind so groß, dass diese nicht publikumsreif sind. „Hier muss Hand angelegt werden. Das kann man nicht mehr zeigen“, sagt Uwe Neumann, Chef des städtischen Eigenbetriebs Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb Wittenberge, als er im Veritas-Raum in der dritten Etage steht. Bilder wellen sich und sind stark ausgeblichen.

Hauptproblem ist die Feuchtigkeit im Uhrenturm, die den Ausstellungsstücken zusetzt. Die Nähmaschinen rosten. Selbst regelmäßiges Lüften schafft kaum Abhilfe. „Wir müssen in den meisten Räumen neuen Teppich verlegen, weil über die Saison und in der Pause sich der Zustand einfach verschlechtert“, sagt Birka Stövesandt, Leiterin des Stadtmuseums. Auch einige Wände müssen wieder weiß gestrichen werden.

Die Instandsetzungsarbeiten sind aber nur mit Hilfe der beiden Ein-Euro-Jobber zu schaffen, die das Stadtmuseum im Uhrenturm einsetzen will. Lange Zeit war unklar, ob das Jobcenter die beiden Stellen überhaupt besetzen kann. Erst in den vergangenen Tagen gab es grünes Licht. „Dafür sind wir dem Jobcenter dankbar“, so Birka Stövesandt. Doch die Arbeiten sind nun nicht mehr zu schaffen, bevor es morgen losgeht. „Einiges werden wir während der laufenden Saison erledigen“, so Birka Stövesandt. Dazu gehört auch die neue Schau zum Thema „Wie entsteht eine Nähmaschine bei Veritas?“, die in der zweiten Etage zu sehen sein soll. Wann der Raum fertig ist, konnte Birka Stövesandt noch nicht sagen.

Vor einigen Jahren blieb die Dauerausstellung gar ganz zu, weil keine Ein-Euro-Jobber geschickt wurden, erinnert sie sich. Die Krux: Zwar ist der unter Denkmalschutz stehende Uhrenturm das Wahrzeichen der Stadt, er gehört ihr aber nicht. Stattdessen befindet sich das Areal des Veritas-Parks, zu dem der Turm gehört, in einer Zwangsverwaltung. Der Turm wird dem Stadtmuseum kostenlos als Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. „Die Stadt investiert nicht in ein Gebäude, das ihr nicht gehört“, bringt es Ralf von Hagen auf den Punkt. Er verwaltet das Gelände im Auftrag des Zwangsverwalters. Er begrüße, dass der größte freistehende Uhrturm auf dem europäischen Festland mit einer Ausstellung belebt wird.

Die Exponate könnten künftig geschützt werden, würde die Exposition in ein städtisches Gebäude verlegt, das in einem baulich besseren Zustand ist. Laut Birka Stövesandt gab es bisher aber keine Überlegungen in dieser Hinsicht. Das bestätigt Uwe Neumann. „Es ist schön für Besucher, an Ort und Stelle einen Einblick in die Geschichte dieses Ortes zu erhalten. Klar ist aber, dass die Attraktivität einiger Ausstellungsräume gesteigert werden muss.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen