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Ja-Wort in Perleberg : Tür zur Ehe birgt noch Geheimnis

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Trauzimmer im Rathaus Perleberg wird aufgehübscht. Doch geheiratet wird im Standesamt in jedem Monat.

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Noch machen es Rommy Elster und ihre Kollegin Marina Gleiß, beide ihres Zeichens Standesbeamtinnen, spannend. Nur einen flüchtigen Blick gestatten sie in das Trauzimmer. „Es wird derzeit aufgehübscht, bekommt ein neues Outfit“, verraten sie. Noch sei aber nicht alles fertig und somit noch „geheim“.

Derweil wird im Standesamt der Rolandstadt munter geheiratet, „und das in jedem Monat“, ergänzt Rommy Elster. Selbst die Wintermonate kommen offensichtlich in Mode. „Zwei Brautpaare gaben sich bereits im Januar das Ja-Wort“, fügt Marina Gleiß an. Da sei aber noch Luft nach oben, so die Standesbeamtin lächelnd, denn im vergangenen Jahr wählten sechs Paare die kalte Jahreszeit, um den Bund fürs Leben – zumindest hat man den Vorsatz – zu schließen. Doch der Winter ist ja auch noch nicht vorüber.

Mit Blick auf die Zahl der Hochzeitswünsche, lässt sich 2017 recht gut an. 46 Termine haben Rommy Elster und Marina Gleiß bereits vorgemerkt, denn der Antrag auf Eheschließung kann frühestens ein halbes Jahr vorher gestellt werden. In diesem Jahr besonders begehrt: Der 7.7.2017. Vier Paare wollen sich bis dato an diesem Tag trauen, Ja zu sagen. Für den 17.7.2017 gibt es bisher eine Vormerkung.

Ungewohnt viel geheiratet wurde auch am 16.6.2016. Denn der Termin fiel auf einen Donnerstag. „Zumeist wird der Sonnabend gewählt, aber auch der Freitag erfreut sich wachsender Beliebtheit“, weiß Rommy Elster. Geheiratet wird immer, offensichtlich auch wieder immer öfters, was verständlicherweise auch die beiden sympathischen Standesbeamtinnen freut. Im vergangenen Jahr brachten sie 87 Paare unter die sprichwörtliche Haube, und somit acht mehr als im Vorjahr.Um bei der Statistik zu bleiben: Für knapp die Hälfte der Paare war es die erste Hochzeit, andere fanden ihr Glück eben erst im zweiten Anlauf. Zumeist ist auch schon erster Nachwuchs dabei bzw. hat sich sichtbar angekündigt. „Ich freue mich alsbald dann hier ihren Nachwuchs beurkunden zu dürfen“, so verabschiedet man sich nicht selten nach der Trauung. „Wir bringen unsere Lisa“ hieß es sodann kürzlich zur Begrüßung.

Rund 48 Prozent, die im Perleberger Standesamt im vergangenen Jahr den Bund fürs Leben schlossen, waren hier nicht wohnhaft, jedenfalls jetzt nicht mehr. Die Familie aber ist hier zuhause und „zuhause wird geheiratet, sagen sich viele Paare“, berichtet Marina Gleiß. Andere haben hier auf einer Hochzeit getanzt und wollten nun auch hier heiraten. Aber auch Urlauber sagten hier Ja – ganz spontan und zumeist im kleinen Kreis. Übrigens, über 80 Prozent der Paare tragen anschließend den Namen des Mannes. Aber auch das gibt es und ist legal: Jeder behält seinen Namen und trotzdem sind sie Eheleute vor dem Gesetz.

In Weiß wird auch auf dem Standesamt geheiratet. Diese Farbe wie auch Creme und Champagner sind zumeist auch den Bräuten vorbehalten. Auch die Bräutigame lassen sich was einfallen, putzen sich für diesen Tag besonders schick heraus. Frack und Zylinder, die ganze Gesellschaft im Stil der 20er Jahre gehüllt, das gab es unter anderem auch schon.

Ob kleine, fast intime Hochzeit oder mit Drehleiter und Martinshorn oder aber mit riesiger Gesellschaft, Rommy Elster und Marina Gleiß tun ihren Teil, damit es der schönste Tag im Leben des Paares wird. Kullern dennoch Tränen, dann sind es Freudentränen, die selbst Standesbeamtinnen manchmal nicht unterdrücken können, wie sie verraten. Wenn dann schüchtern von der Braut die Frage kommt, „darf ich sie mal drücken“ oder wieder ein Dankeschönfoto mehr die Wand im Standesamt ziert, dann wissen Marina Gleiß und Rommy Elster: „Wir haben alles richtig gemacht.“  

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