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Der Prignitzer

20. November 2017 | 18:24 Uhr

Trügerische Ruhe an den Deichen

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2013 | 07:59 Uhr

Prignitz/Havelberg | Entspannung in fast allen Hochwasserbereichen der Prignitz und in den umliegenden Regionen. Gestern früh sank der Pegel Wittenberge auf 7,34 Meter, dem Höchststand von 2002. Bis zum Abend fiel er weiter und lag um 18 Uhr bei 7,27 Meter. Für heute früh sind 7,15 vorausgesagt.

"Unsere Situation gestaltet sich übersichtlich, aber latente Gefahren bestehen weiter", sagte Landrat Hans Lange. Das strikte Betretungsverbot der Deiche bleibt bestehen und werde von der Polizei überwacht. Der Druck auf die Deiche sei bei diesen Wasserständen enorm, jede unnötige Belastung bedeute eine Gefahr.

Am Abend sollte der Wind auffrischen und auf West drehen, was die Situation erschwere. Die Experten rechnen mit Treibgut, das die Deiche schädigen könnte. Die zunächst angekündigte Regenmenge wurde vom Wetterdienst deutlich nach unten korrigiert, so dass Bodo Schwiegk, Referatsleiter im Landesumweltamt, keine Gefahr darin sieht. Aber auch der Experte sagt: "Die Ruhe am Deich ist trügerisch, wir müssen noch mindestens eine Woche sehr aufmerksam bleiben." Die kleine neue Hochwasserwelle im Oberlauf der Elbe werde keine spürbaren Auswirkungen auf die Prignitz haben, ist er überzeugt. Die Vorhersagewerte seien mittlerweile wieder sehr genau, "das Rechenmodell funktioniert", so Schwiegk. Vergangene Woche hatte es versagt, da zu viel Wasser aus den Nebenflüssen in die Elbe strömte.

In der Katastrophenregion im Landkreis Stendal hat die Bundeswehr bei Kamern die Landstraße L 18 auf 50 Metern Länge durchbrochen, um das Hochwasser in den Griff zu bekommen. Das Wasser aus der überschwemmten Region bei Fischbeck soll in Richtung Havelpolder abfließen, wie der Krisenstab in Magdeburg mitteilte. Bisher hatten sich die Wassermassen dort nach einem Deichbruch an der höher gelegenen Straße gestaut. Nach Angaben des Krisenstabs sind aus dem Gebiet inzwischen rund 6400 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

In den betroffenen Orten sind jedoch immer noch Menschen, unter anderem, um ihre Tiere vor dem Hochwasser zu schützen. Sie sollen mit Booten und aus Hubschraubern versorgt werden.

Die Straßenöffnung bringe für Havelberg eine Entlastung. Noch vorgestern war befürchtet worden, das Elbwasser könnte Teile der Stadt erreichen. Die Prignitz hat die Nachbarn bereits unterstützt. 35 000 leere und 18 000 gefüllte Sandsäcke brachte die Bundeswehr nach Havelberg. Bundeswehrsoldaten und auch Bereitschaftspolizei könnten jederzeit zu Hilfe eilen, versicherte Hans Lange.

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