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Der Prignitzer

22. November 2017 | 00:28 Uhr

Trotz Behinderung stark für andere

vom

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2013 | 06:55 Uhr

Wittenberge | "Ich möchte noch so lange ehrenamtlich aktiv sein, wie es mein Gesundheitszustand es zulässt", sagt Ingo Jeschke aus Sadenbeck (Stadt Pritz walk). Obwohl er an Parkinson erkrankt und inzwischen schwerbehindert ist, unterstützt der 49-Jährige seit 2007 unentgeltlich Sportvereine in der Prignitz. Gestern Nachmittag wurde er für seine Engagement im Vereinsheim der Lebenshilfe Prignitz in Wittenberge von der Staatskanzlei Potsdam als Ehrenamtler des Monats April geehrt.

Von Ingo Jeschke könnte sich manch einer eine Scheibe abschneiden. Der gelernte Landmaschinenschlosser arbeitet täglich mehrere Stunden karitativ für soziale Zwecke. Obwohl er durch seine Krankheit stark eingeschränkt ist, die Feinmotorik und auch das Gehen fallen ihm schwer, setzt er sich unermüdlich für andere ein, egal ob behindert oder nicht. "Ich habe damals mit der ehrenamtlichen Arbeit angefangen, um mich von meiner Krankheit abzulenken. Vor zehn Jahren wurde Parkinson bei mir diagnostiziert. 2005 musste ich meine Arbeit aufgeben. Es ging nicht mehr, Mir ist alles aus der Hand gefallen. Aber man kann sich doch nicht zu Hause einigeln und nichts machen. Also begann ich an Stiftungen zu schreiben", erinnert sich Jeschke an die Anfänge seines Ehrenamtes zurück.

Seitdem hilft er unter anderem bei der Finanzierung des Sportfests für Menschen mit Behinderungen in der Prignitz, unterstützt den Verein der Lebenshilfe und setzt sich für eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Parkinson ein. Außerdem arbeitet der emsige Ehrenamtler momentan an einer Abteilung für Behindertensport des Pritzwalker FHV. Geplant ist eine gemischte Fußballmannschaft, in der behinderte und nicht nichtbehinderte Menschen gemeinsam ihre Freizeit verbringen, erzählt Jeschke, der früher selbst leidenschaftlich auf dem Rasen dem Ball nachjagte. Gemeinsam mit dem CJD sucht er des weiteren nach Sponsoren für einen behindertengerechten Fitnessraum in Perleberg. "Für Menschen mit Behinderungen ist Sport sehr wichtig und eine gute Ablenkung", so Jeschke.

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe in Wittenberge, Harm Carls, ist von dem Engagement Ingo Jeschkes beeindruckt. Er weiß, wie viel Einsatz für die Arbeit erforderlich ist: "Ehrenamtler werden immer wichtiger. Der Staat zieht sich immer weiter zurück und kann viele Dinge nicht mehr abdecken. Wichtig sind vor allem die Bereiche, die nicht durch pädagogische Fachkräfte geleistet werden können." Genau hier würde Jeschke einen großen Beitrag leisten.

Als Anerkennung für seine Verdienste und als Motivation erhielt Ingo Jeschke eine Dankesurkunde des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck sowie einen hochwertigen Füllfederhalter mit der Gravur "Engagiert für Brandenburg".

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