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Der Prignitzer

25. September 2017 | 15:33 Uhr

Trotz Baues: Garsedower Deich sicher

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 09:28 Uhr

Wittenberge | Der Deich zwischen Garsedow bei Wittenberge und Schadebeuster ist auf knapp zwei Kilometern eine Baustelle. "Gefahr geht von dem Damm aber trotz der angekündigten Hochwasserwellen nicht aus", sagt Ingolf Marx, Mitarbeiter im Landesumweltamt. Er ist derzeit mit weiteren Kollegen aus dieser Behörde direkt in Wittenberge im Einsatz. "Natürlich schauen wir sehr aufmerksam auf diesen Deichabschnitt", so Marx. Er spricht von einer angespannten Ruhe, denn das Landesumweltamt ist davon überzeugt, dass der Deichabschnitt derzeit nicht schlechter aufgestellt ist als vor Sanierungsbeginn. Als Erklärung führt der Fachmann die landseitig neu geschüttete Berme (Deichverteidigungsweg) an. Anders als der Vorgängerweg, der auch nur in Rudimenten existierte, sei diese neue Berme stärker und aus geeigneterem Material.

An dem Deich bei Garsedow, den das Landesumweltamt jetzt auf eine Höhe von 7,99 Metern plus einem Meter Freibord (Sicherheitsmeter) aufstockt, hatte es bei den Hochwassern der vergangenen Jahre immer wieder Probleme mit Sickerstellen gegeben. Deichläufer hatten die Wassereinbrüche zum Glück immer noch rechtzeitig entdeckt.

Für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass es in den nächsten Tagen im Bereich der Baustelle zu Schäden kommt, ist mit dem dort im Einsatz befindlichen Unternehmen ein Havarieplan besprochen. Mit Siegfried Moog kümmert sich ein Mitarbeiter der Landesumweltbehörde ausschließlich um diese knapp zwei Kilometer Elbdeich.

Wie Ingolf Marx hervorhebt, trägt die Tatsache, dass der Baustellendeich zum Strom hin eine geschlossene Grasnarbe hat, deutlich zur Stabilität und Sicherheit bei. Im Zuge des ganz normalen Sanierungsablaufes hat die Baufirma auf der Deichkrone Sand aufgeschüttet. "Dieser Sand wird jetzt zur Katastrophenabwehr abgedeckt, sonst wird er möglicherweise weggeschwemmt."

In Süd soll Wall für 8,45 Meter Schutzhöhe sorgen

Die Deichbaustelle bei Garsedow gehört zu den vier Stellen in bzw. bei Wittenberge, von denen Bürgermeister Dr. Oliver Hermann sagt: "Es handelt sich um Sondersituationen" und meint damit Bereiche, die wegen ihrer Lage besondere Aufmerksamkeit erfahren. Das betrifft das Ufergelände an der Ölmühle Richtung Stadthafen. Auch dort wird gebaut. Eine neue Hochwasserschutzwand entsteht. Sie ist aber noch nicht fertig. Also bringen Radlader jede Menge Sand, sie schütten einen Sicherheitswall.

Im Industriegebiet Süd sind seit gestern früh Straßen gesperrt. Laster fahren Sand bzw. Kies heran, Bagger verteilen ihn am Stepenitzufer. Zur Karthane hin ist das Gelände bereits durch eine im vergangenen Jahr errichtete Hochwasserschutzmauer professionell gesichert. "Wir wollen im Industriegebiet mit dem provisorischen Wall, der ja eine längere Zeit liegen bleiben kann, auf eine Schutzhöhe von 8,45 Meter kommen", sagt Ingolf Marx. Die 8,45 Meter gelten als Richthöhe auch für einen weiteren neuralgischen Bereich in Wittenberge: Das Gelände des Veritas-Parks und Geländeabschnitte, auf dem die Becker-Umweltdienste GmbH ihren Sitz hat. Sandsäcke sollen dort verbaut werden, Wälle werden geschoben und erstmals auch die Bigbags, die normalerweise für die Laubabfuhr im Einsatz sind, aufgeschichtet, informiert Wittenberges Stadtoberhaupt und hebt in diesem Zusammenhang die enge und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Landesumweltamt hervor. "Es läuft reibungslos."

Und weiter: "Wir erhalten hervorragende personelle und fachliche Unterstützung. Das sind Ressourcen, über die wir als Stadt einfach nicht verfügen."

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