Havelberg : Traumschüff winterfest verhüllt

Zum Abschluss der zweiten Saison auf der Havel kam das Theaterschüff im September wieder nach Havelberg, wo es seinen Heimathafen hat.
Zum Abschluss der zweiten Saison auf der Havel kam das Theaterschüff im September wieder nach Havelberg, wo es seinen Heimathafen hat.

Gerade feierte „Antonia“ Premiere – ein Stück, das für Fahranfänger gedacht ist

svz.de von
26. November 2018, 09:10 Uhr

Damit das Traumschüff gut über den Winter kommt, haben sich Mitglieder der Crew zu einer Bauwoche auf der Havelberger Kiebitzberg Werft getroffen. Theater gibt‘s auch ohne Schüff. Gerade feierte das Stück „Antonia“ Premiere.

Nachdem das Traumschüff im September zum Abschluss seiner zweiten Saison in Havelberg festgemacht hatte, trafen sich Mitglieder der gemeinnützigen Theatergenossenschaft nochmals zu einer Winterbauwoche. „Vor allem ging es darum, das Schüff winterfest zu machen“, berichtet Jakob Plutte, verantwortlich für die künstlerische Leitung und die Schüffstechnik.

Da es im Herbst/Winter 2017/18 einige Stürme gab, die heftig an den Schutzplanen gerüttelt und sie zerrissen hatten, wurde nun eine Art Holzkäfig als Unterkonstruktion gebaut, auf die stabilere Planen gezogen wurden. Gute Tipps bekamen die Theaterleute dabei von Schiffbaumeister Ulrich Ahrens. „Wir hoffen, dass das nun klappt.“ Zudem wurden Holzfender gebaut, damit der Bootskörper des Katamarans künftig besser geschützt ist, wenn er enge Schleusen passieren muss. In die Küche wurden Regale eingebaut, die in der nächsten Bauwoche im Frühjahr mit Türen versehen werden sollen. Da auch dieser Bereich mit zur Bühne gehört, wird damit erreicht, dass die Ansicht nicht mehr so unruhig ist. Vier, fünf Leute haben sich an der Bauwoche beteiligt.

Da sich im Laufe der Traumschüff-Saison andere Dinge aufstauen, werden die Monate außerhalb der Tour des schwimmenden Wandertheaters genutzt, diese zu erledigen. Zudem haben Crew-Mitglieder Gastengagements an Theatern oder sind im Filmbereich tätig. Und es liefen auch die Proben für das neue Traumschüff-Stück „Antonia“, das jüngst im Oberstufenzentrum Prenzlau Premiere gefeiert hat.

Mit diesem Live-Hörspiel von Traumschüff-Gründer David Schellenberg und Nikola Schmidt wenden sich die Theaterleute vor allem an jugendliche Fahranfänger im ländlichen Gebiet – und ihre Mitfahrer. „Das Stück handelt von einem Verkehrsunfall, bei dem Antonia ums Leben kommt. Es zeigt, was nur eine Sekunde für eine Wucht an Folgen mit sich bringen kann“, sagt Jakob Plutte, der die Rollen von Feuerwehrmann, Richter und Verteidiger übernimmt.

„Sie hat sich verabschiedet wie immer. Es hat sich angefühlt wie immer. Eigentlich war alles wie immer. Und dann war nichts mehr, wie es jemals war.“ Der tragische Unfalltod der Schülerin wird mitreißend und trotzdem einfühlsam beschrieben. Die Ohnmacht der Eltern, die Hilflosigkeit der Retter vor Ort und die Verzweiflung des Unfallfahrers Jannes, der mit der Frage nach Schuld und Verantwortung leben muss, werden fesselnd und bewegend und frei nach einer wahren Begebenheit in Szene gesetzt, heißt es in der Ankündigung.

Das Live-Hörspiel wird mit einem Gesprächsteil kombiniert, in dem Feuerwehrleute und tatsächlich Betroffene zu Wort kommen. Die Traumschüff eG hat dafür mit der Unfallkasse Brandenburg, den Feuerwehren Prenzlau, Eberswalde und Luckenwalde sowie dem Verein „Leben ohne Dich“ zusammengearbeitet.

Auf authentische und ehrliche Art geht das Stück der Frage nach, ob man sich als junger Mensch einer Partydynamik fügen sollte, um vielleicht anderen zu imponieren, oder wie man, ohne Spielverderber zu sein, die Kraft findet, ordentlich und nicht zu schnell zu fahren, so Jakob Plutte.

Gedacht ist „Antonia“ vor allem für Berufsschüler und Gymnasiasten der Oberstufe – eben jene jungen Menschen, die gerade ihre Fahrerlaubnis gemacht haben und sich ans Steuer setzen. Gern geben die Traumschüffler auch im Bereich Havelberg und in der Altmark im Winterhalbjahr Gastspiele. Interessenten können sich per E-Mail an ahoi@traumschueff.de oder im Internet unter www.traumschueff.de melden.

Fest steht bereits ein Gastspiel am 24. Februar im zur Kiebitzberg Gruppe gehörenden Arthotel in Havelberg. „Treue Hände“ wird dann aufgeführt. Der Tourauftakt für das Theater im Fluss 2019 ist für den 4. Mai geplant. Natürlich auch in Havelberg und wieder auf der Werft. „Wir wollen eine Kontinuität aufbauen. Anfang und Ende der Sommertouren sollen stets in Havelberg stattfinden“, so Jakob Plutte.

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