zur Navigation springen

Traumreise nach Äthiopien endet für Cottbuser tödlich

vom

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2012 | 09:11 Uhr

Cottbus | Einer der fünf in Äthiopien getöteten Touristen ist ein 58 Jahre alter Theatertechniker aus Cottbus. Sein Vater sagte gestern, er habe am Mittwoch vom gewaltsamen Tod seines Sohnes erfahren. Die Familie sei vom Auswärtigen Amt über den tragischen Vorfall informiert worden. "Mein Sohn wollte sich mit der zweiwöchigen Reise in die äthiopische Vulkanwüste einen Lebenstraum erfüllen", sagte der 82-Jährige bewegt. Die "Lausitzer Rundschau" und die "Bild-Zeitung" hatten berichtet, dass einer der Getöteten aus Cottbus stammt.

Die fünf Urlauber waren in der Danakil-Wüste im Grenzgebiet von Äthiopien zu Eritrea in der Nacht zum Dienstag erschossen worden. Zwei Deutsche würden noch vermisst, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Außerdem seien zwei äthiopische Begleiter verschleppt worden.

Der getötete Cottbuser war bei der privaten Bühne "Theaternative C" in der Lausitzstadt als Techniker beschäftigt. Er sei von seiner Frau seit vielen Jahren geschieden und habe in Cottbus eine Tochter, die ihm die Todesnachricht überbrachte, berichtete der 82-Jährige.

"Mein Sohn war zuvor schon zweimal in Äthiopien, weil ihn die vielen Völkerstämme dort interessierten", sagte der Vater mit vor Trauer brüchiger Stimme. Die Rückkehr des Sohnes aus dem Urlaub war für dieses Wochenende vorgesehen. "Ich hatte mich schon so auf seine Erzählungen über Äthiopien gefreut", bemerkte der 82-Jährige leise.

Der Tod des Technikers, der auch Bühnenbilder entwarf, reiße eine große Lücke in das kleine Ensemble, wird der Theaterleiter Gerhard Printschitsch zitiert. Das Theater werde die nächste Aufführung von "Bella Donna" an diesem Sonnabend dem Getöteten widmen. Das Bühnenbild zu der Kriminalkomödie von Stefan Vögel stamme von B.

Nach dem Überfall auf eine 27-köpfige europäische Reisegruppe im Nordosten des afrikanischen Landes wurden zwölf Überlebende in die Hauptstadt Addis Abeba gebracht. Darunter seien sechs deutsche Touristen, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Der zweite getötete Deutsche stammt vermutlich aus Schleswig-Holstein. Es gebe entsprechende Hinweise, sagte der Sprecher des Innenministeriums in Kiel, Thomas Giebeler.

Bei dem Angriff auf die Reisegruppe wurden am Dienstagmorgen fünf Menschen getötet. Zudem wurden fünf Touristen entführt, darunter ebenfalls zwei Deutsche. Vor diesem Hintergrund werde bis auf weiteres von Reisen in die Danakil-Wüste und die nördliche Afar-Region "dringend" abgeraten, schrieb das Amt auf seiner Homepage.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen