zur Navigation springen

Radfahren : Touristen schimpfen über Elberadweg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wo jetzt noch große Steine im Weg liegen, sollen in etwa zwei Wochen Radwanderer komplett freie Fahrt haben

Steine und grober Schotter, aber auch eine tiefe Rinne zwischen großen Betonelementen trüben derzeit auf einigen Abschnitten des Elberadwegs zwischen Dömitz und Lenzen die Freude von Urlaubern und Einheimischen. Besonders groß war der Ärger bei einigen am Himmelfahrtstag, als viele Radfahrer den noch in der Sanierung befindlichen Radweg nutzten. Auch von Reifenpannen, verursacht durch die abschnittsweise schlechte Piste zwischen Unbesandten und Mödlich, berichteten Leser.

Bei ihrer Station in Lütkenwisch bemängelte Erich Thimm, der gestern mit seinen Freunden aus Hitzacker nach Wittenberge fuhr, zudem die ausgeschilderte Umleitung: „Wir mussten eine lange Passage auf der Landstraße fahren. Wenn einen da die 20-Tonner überholen, ist das echt gefährlich.“

Die Ausbesserungsarbeiten am Elberadweg, die durch die Deichbeschädigung beim Hochwasser 2013 nötig wurden und im März dieses Jahres begonnen haben, sollten eigentlich zu Beginn der Radlersaison bereits beendet sein (der „Prignitzer“ berichtete). „Bis Ende Mai wollen wir nun auf allen vier Abschnitten den Bau abschließen“, sagt Harald Ziegeler, Amtsdirektor des Amtes Lenzen/Elbtalaue, gestern auf Nachfrage. Dass angesichts des nahenden Pfingstwochenendes die Radler sich einen schnelleren Abschluss wünschen, kann er nachvollziehen, aber man liege gut im Zeitplan.

An der unterschiedlichen Wegequalität auf der gut 30 Kilometer langen Strecke wird sich indes nichts ändern. „Wir haben in den Vorjahren etwa durch Anträge auf Planänderung zum Bauvorhaben versucht, eine Asphaltierung wie in Cumlosen auf anderen Abschnitten zu erwirken. Aber das Landesamt für Umwelt hat weitere Asphaltierungen abgelehnt“, so Ziegeler. Dass auf Teilen der unbefestigten Strecke mitunter größere Steine liegen, soll nur ein vorübergehender baubedingter Zustand sein. Es handele sich dabei um den Unterbau der neuen Wegdecken. „Wir haben es dort bei der Wiederherstellung mit einer wassergebundenen Decke zu tun. Eine Naturschutzauflage ist, dass wir eine sandgeschlemmte Schicht herstellen. Das wird kein loser Sand, sondern ein etwas härteres Sand-Stein-Gemisch“, erklärt Ziegeler.

Die Lücke zwischen den Betonplatten wird noch verfüllt. Foto: Manfred Drössler
Die Lücke zwischen den Betonplatten wird noch verfüllt. Foto: Manfred Drössler Foto: Manfred Drössler
 

Mit einer ebensolchen Sandschlemmung soll auch die für Zweiräder ungünstige Rinne zwischen den Betonplatten, die noch aus Zeiten der Grenzsicherung stammen, gefüllt werden. „Die Rinne ist absichtlich ausgehoben worden. Auf dem Abschnitt kommt die Doppelfunktion aus Deichverteidigungsweg und Radweg zum Tragen. Die Landesbehörden erlauben die Radwegenutzung nur unter der Auflage, dass die Deichverteidigung Vorrang behält“, so Ziegeler. Deswegen bleiben die Platten liegen und werden nur mittig aufgefüllt. Da man in enger Abstimmung mit dem Tourismusverband arbeite, wolle man sofort informieren, sobald die Freigabe für den Radweg erfolgt, ergänzt Ziegeler mit Blick auf das baldige Ende der Bauarbeiten.

Finanziert wird die Sanierung aus dem Hochwasser-Hilfefonds. Das Amt Lenzen bekommt in diesem Jahr 3,25 Millionen Euro und wendet davon 1,4 Millionen für den Radweg auf. Die Summe soll die Kosten zu 100 Prozent decken. „Wir kommen mit dem Geld aus“, bemerkt Harald Ziegeler.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen