Top Wohnlage mit Blick auf Dreckecke

Dieses Bild bot sich gestern von dem Block. Im Klartext: Auch das ganze Wochenende werden die Mieter die gelben Säcke vor Augen haben, nur weil einige sich nicht an die Abfuhrtermine halten.   Doris Ritzka
Dieses Bild bot sich gestern von dem Block. Im Klartext: Auch das ganze Wochenende werden die Mieter die gelben Säcke vor Augen haben, nur weil einige sich nicht an die Abfuhrtermine halten. Doris Ritzka

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04. Mai 2012, 07:40 Uhr

Perleberg | Man könne oft noch die Rücklichter des Entsorgungsfahrzeug sehen, da schleppen die ersten schon wieder gelbe Säcke raus. "Vom Fenster aus haben wir hier ständig einen Blick auf eine Mülldeponie", sagt eine Anwohnerin des Bereichs Heinrich-Heine-Straße 43. Ihren Namen möchte sie nicht nennen, "womöglich schlagen sie mir noch die Fenster ein". "Außerdem heißt es gleich, die hat doch immer was zu meckern". Doch wer tagtäglich gelbe Säcke oder oft was nach einer Woche unter freiem Himmel von jenen noch übrig ist, vor Augen hat, der ist schon "stink sauer" und "irgendwann resig niert man auch", gesteht die Frau. Eine weitere Anwohnerin meldet sich per Telefon. Das sei doch kein Zustand, sondern nur noch eine Zumutung. Teilweise lägen gelbe Säcke schon seit sechs Wochen dort. Ihr Inhalt hat mittlerweile das Interesse von Katzen geweckt und was diese nicht auseinander getragen haben, das übernimmt der Wind.

Die Wohnungsgenossenschaft und die GWG Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft haben in diesem Bereich Wohnungen. Klaus Neumann, Geschäftsführer der GWG: "Wir haben in allen unseren Aufgängen Informationen, wann und wo gelbe Säcke zu lagern sind." Mieter bestätigen dem "Prignitzer", dass der Hausmeister der GWG sehr oft in Eigeninitiative gelbe Säcke bzw. deren verstreuten Inhalt wegräume. "Doch irgendwann ist mal Schluss", so sehen es auch die die Mieter der GWG-Wohnungen. Denn nach ihren Aussagen deponieren auch viele aus dem Genossenschaftsaufgängen ihre gelben Säcke neben den Tonnen und das egal, ob der Abfuhrtermin ran ist oder nicht. "Unsere Leute sind das nicht", so Wolfgang Gelleszun, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft. "Vielleicht mal einer, weiter habe ich nichts dazu zu sagen."

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