Abfall : Tonne oder gelber Sack

gelbe säcke
1 von 2

Landkreis listet Vor- und Nachteile auf, wünscht sich ein Votum aus der Bevölkerung.

23-11368050_23-66107917_1416392348.JPG von
29. August 2019, 05:00 Uhr

Wind verteilt gelbe Säcke über Gehwege und Straßen. Marder oder Vögel reißen die Säcke auf, um an Essensreste zu gelangen. Der Anblick am nächsten Morgen ist unschön. Kann eine gelbe Tonne diese Probleme lösen? Darüber diskutieren Abgeordnete und Kreisverwaltung. Sie wollen sich ein Meinungsbild verschaffen und bitten ausdrücklich auch Sie, liebe Leser, um ein Votum.

Anlass für die Diskussion ist ein Vorstoß der Kommunen, die gelbe Tonne einzuführen. Auch ein Kreistagsabgeordneter hat das Thema mit angestoßen. Da gegenwärtig die Ausschreibung für die Entsorgung ab dem Jahr 2021 vorbereitet wird, sei der Zeitpunkt günstig, jetzt zu entscheiden, erklärt Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft. Dienstagabend stellte er den Abgeordneten im Müllausschuss Vor- und Nachteile der beiden Systeme vor.

Nur Vorteile hat keine der beiden Varianten. Das wird schnell deutlich. Da ist die Versuchung groß, sie miteinander zu kombinieren. Aber das geht nicht, macht Much klar. Entweder Sack oder Tonne. Ein Parallelsystem sei nicht gewollt und der Kreis selbst ist nicht für die Entsorgung zuständig. Die liegt in Händen der Systembetreiber wie DSD oder Interseroh. Der Kreis könne entscheiden, welches System er bevorzugt. „Aus Sicht der Verwaltung ist das der gelbe Sack“, sagt Much.

Die Abgeordneten im Ausschuss stimmen zu. „Wehende Säcke sind allenfalls in Städten ein Problem“, meint Christian Kantor (SPD). Er erinnert, das der Ausschuss bereits mehrfach ein Votum pro Sack abgegeben habe. Britta Rawald (Freie Wähler) und insbesondere Thomas Domres (Linke) hätten gerne auch ein Votum aus der Bevölkerung. Bei der jüngsten Umfrage hätten sich 95 Prozent zufrieden über die Abfallentsorgung geäußert, einschließlich gelber Sack, so Much. Eine erneute Befragung soll erst in einigen Jahren folgen. Daher wäre es toll, wenn wir als Zeitung einspringen können, so der Tenor. Schreiben Sie uns, rufen Sie an oder schicken eine Mail an: pri@prignitzer.de

 

Pro

Contra

Gelber Sack:

– Wenig Fehlbefüllungen, Kontrolle leicht möglich (Gewicht u.a.)

–  Unterbringung auch bei wenig Platz möglich

–  Leicht zu transportieren

–  Flexible Entsorgung bei kurzfristigem Mehrbedarf wie zu Feiertagen

–  Abholrhythmus alle zwei Wochen

–  Säcke   immer sauber

–  geringere Systemkosten

–  reißen leicht bei Nutzung, Entsorgung und Wildverbiss.   Verschmutzungen der Grundstücke und des öffentlichen Raumes

– bei Wind wehen   Säcke durch die Straße

– häufig Zweckentfremdung, Anzahl bereitgestellter Säcke deutlich höher als benötigt, dadurch gelegentlich Engpässe in der Verteilung

Gelbe Tonne:

– Keine Verschmutzung der Umgebung/Stadt durch gerissene Säcke

– Stabiles und kompaktes Behältnis zur Lagerung der Leichtverpackungen

–  kein zusätzliches Gestell für Gelbe Säcke erforderlich

– Der Behälter kann nur begrenzt Abfälle aufnehmen,  zusätzliche Säcke nicht möglich, wenn Tonne voll, dann voll

– Weil  Inhalt  von außen nicht sichtbar ist, wird eine höhere Fehlwurfquote mit Restabfällen befürchtet, die nicht in den Behälter gehören

– zusätzlicher Stellplatz erforderlich (Problem: Großwohnanlagen)

– gelegentliche Reinigung erforderlich

– Leerung nur alle vier Wochen

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen